Medienbericht: USA prüfen Truppenabzug aus Deutschland

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Die "Washington Post" hatte unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen berichtet, das Pentagon prüfe die Kosten und Auswirkungen eines groß angelegten Rückzugs oder einer Verlegung von in Deutschland stationierten Truppen. Eine Schlüsselstelle dafür, dass in der Bewertung der Kosten mehr als Routine zu sehen, ist im Washington-Post-Artikel die Schilderung der Beunruhigung von - anonymen - europäischen Vertretern ("word of the assessment has alarmed European officials"). Liest man ihn genau, so fällt auf, dass es für seine Attraktion - dem spektakulären Abzug von 35.000 US-Soldaten aus Deutschland - keine echten Fakten gibt, die dafür sprechen, sondern vor allem Trumps Konflikt mit den Nato-Partnern, besonders mit Deutschland, über Militärkosten. Die USA sind seit dem Zweiten Weltkrieg mit Soldaten in Deutschland präsent.

Trump hätte die Idee erstmals bei einem Treffen mit Militärberatern und Vertretern des Weißen Hauses angesprochen. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats dementierte, eine Analyse zu einem möglichen Truppenabzug aus Deutschland angefordert zu haben. Gleichzeitig erklärte er, die Stationierung von US-Truppen im Ausland werde regelmässig überprüft sowie einer "Kosten-Nutzen-Rechnungen" unterzogen. Dieses bilaterale Abkommen werde bessere Konditionen enthalten, als die EU als Ganzes derzeit von den USA bekomme, sagte Trump nach diesen Angaben zu Macron.

US-Präsident Donald Trump hatte die Nato allerdings in der Vergangenheit immer wieder scharf kritisiert und unter anderem als "überflüssig" bezeichnet. Es handelt sich um das größte Kontingent außerhalb der Vereinigten Staaten. Abgesehen von Deutschland und Belgien erhielten demnach auch die Niederlande, Italien, Spanien, Portugal, Luxemburg und Norwegen das Schreiben. Darin war die Rede von "wachsender Frustration in den USA, dass wichtige Verbündete wie Kanada ihre Verteidigungsausgaben nicht wie versprochen gesteigert haben". Mehrfach hatte er die europäischen Bündnispartner zu höheren Verteidigungsausgaben aufgefordert und jene Länder kritisiert, die eine Vereinbarung zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu nicht umsetzen.

Kurz zuvor hatte bereits das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtet, dass sich Trump beim G7-Gipfel Anfang Juni in Kanada hinter verschlossenen Türen abfällig über die Nato geäussert habe.

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