Maut: Lkw müssen jetzt auf allen Bundesstraßen zahlen

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Damit sichert sich der Bund eine zuverlässige Quelle für Investitionen in strapazierte Fahrbahnen und Brücken.

Mit der Neuregelung zum 1. Juli wird die Maut auf allen 169 Kilometern Bundesstraße in der Hauptstadt fällig und wie bisher auf 77 Autobahnkilometern, wie aus einer Übersicht des Bundesverkehrsministeriums hervorgeht.

Bislang galt die Mautpflicht für Lkw nur auf Autobahnen und einem kleinen Teil des Bundesstraßen-Netzes. Damit hat sich die Strecke, auf denen Lkw-Fahrer und Speditionen zahlen müssen, mehr als verdreifacht - von 15.000 auf 52.000 Kilometer, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Im kommenden Jahr erwartet der Bund Einnahmen von 7,2 Milliarden Euro, rund 2,5 Milliarden Euro mehr als bisher. Das Bundesverkehrsministerium rechnet damit, dass die Maut-Einnahmen durch die Bundesstraßen-Gebühr um zwei Milliarden Euro ansteigen. Abzüglich der Kosten für den Systembetrieb ist das Geld für Investitionen in die Straßen reserviert. Die Ausdehnung auf alle Bundesstraßen hatte noch die vorige große Koalition beschlossen. Der Betreiber schaltete dafür in seinem System ein Streckenmodell mit 140.000 Tarifabschnitten aktiv, das auch kurzfristige Änderungen wie Baustellen abbildet. Überwacht wird die Maut von mobilen Kontrollen des Bundesamts für Güterverkehr. Daneben gibt es 300 Kontrollbrücken an Autobahnen. Fahrzeuge von Straßenreinigung und Winterdienst bleiben davon befreit, nicht aber Müllwagen und Fahrzeuge für die öffentliche Strom-, Gas- und Wasserversorgung. Das Transportgewerbe protestiert scharf gegen die zusätzlichen Milliarden-Belastungen. Die Bundesregierung widersprach dieser Prognose.

Zur Zukunft des Lkw-Mautsystems stehen wichtige Entscheidungen an. Knapp 60 Kontrollsäulen wurden hier nach Angaben der Toll Collect GmbH landesweit aufgestellt, die im Auftrag des Bundes die Säulen betreibt.

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