Trump: Saudi-Arabien will Ölproduktion hochfahren | Wirtschaft Überblick

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Saudi-Arabien hat sich nach Angaben des US-Präsidenten Donald Trump zu einer Ausweitung seiner Ölförderung bereit erklärt.

Trump hatte am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mitgeteilt, dass er König Salman von Saudi-Arabien gebeten habe, die Ölproduktion um bis zu zwei Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen. Saudische Staatsmedien bestätigten zunächst nur, dass es ein Gespräch über die Stabilität der Ölmärkte gab.

Für Beobachter käme eine solche Zusicherung des saudischen Königs überraschend: Die Ausweitung der Ölproduktion um zwei Millionen Barrel pro Tag stünde in klarem Widerspruch zu dem erst kürzlich vereinbarten Vorgehen der Opec-Staaten.

Diese Nachricht wurde am 30.06.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Die Mitgliedstaaten einigten sich auf eine Erhöhung der Fördermenge um rund eine Million Barrel pro Tag. Trump hat dafür mehrfach das von Saudi-Arabien angeführte Ölkartell Opec verantwortlich gemacht. Auch um "Bemühungen der Förderländer, eventuelle Lieferengpässe auszugleichen", sei es gegangen. Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittag in London 78,56 Dollar und damit 67 Cent weniger als am Freitag. Im Nachrichtendienst Shana legte Irans Vertreter bei der OPEC, Kazempour Ardebili, Saudi-Arabien nahe, im Fall einer Erhöhung der Förderung die OPEC zu verlassen.

Die Opec hatte im November 2016 zusammen mit ihren Partnerländern eine Drosselung der Produktion beschlossen, um den damaligen Verfall der Rohölpreise zu stoppen. Auch Saudi-Arabien hatte zuletzt darauf gedrungen, wegen der erhöhten Nachfrage die Ölproduktion wieder auszuweiten.

Der Iran hatte sich hingegen erneut gegen eine Erhöhung der Ölproduktion ausgesprochen. Mit der Einigung auf eine Erhöhung der Produktion um eine Million Barrel bekannten sich die Länder also lediglich zu bereits getroffenen Verpflichtungen. Den Verkauf iranischen Öls haben die USA mit ihrem Austritt aus dem Atomabkommen und der Wiederaufnahme bestimmter Wirtschaftssanktionen gegen das islamisch regierte Land selbst eingedämmt.

Das US-Außenministerium hatte vergangene Woche alle Länder, darunter die iranischen Großkunden China und Indien, aufgerufen, iranische Ölimporte bis zum 4. November einzustellen. Dadurch sollten Ausfälle infolge "der Turbulenzen und Störungen im Iran und Venezuela" ausgeglichen werden.

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