Syrien - Rebellen geben mehrere Städte im Süden Syriens auf

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Auch die Luftangriffe seien fortgesetzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Die Vereinbarung sei zwischen russischen Offizieren und Ortsvorstehern sowie verbliebenen Rebellenkämpfern ausgehandelt worden. Andere Kämpfer sowie Zivilisten, die nicht bleiben wollen, werden mit Konvois aus den Ortschaften gebracht. Ein Unterhändler hatte zuvor berichtet, Russland habe nach dem Vorbild anderer Abkommen gefordert, dass die Rebellen mit ihren Familien entweder in ein von der Opposition gehaltenes Gebiet im Nordwesten Syriens abziehen oder die Rückkehr der Staatsmacht akzeptieren.

Seit Mitte Juni haben Regierungstruppen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe ihre Offensive insbesondere im Bereich der Großstadt Deraa verstärkt. Mit der neuen Vereinbarung kontrolliert die syrische Regierung laut Beobachtungsstelle mehr als die Hälfte der Provinz. Vor der Offensive hatte die Regierung lediglich 30 Prozent der Provinz kontrolliert.

Die Rückeroberung von Daraa wäre für Assad ein wichtiger symbolischer Sieg. Dort hatten im März 2011 die Proteste gegen ihn begonnen. Sie weiteten sich zu einem landesweiten Konflikt aus, in dessen Verlauf bereits mehr als 350.000 Menschen getötet wurden. Den Vereinten Nationen zufolge hat sich die Zahl der Kriegsflüchtlinge in der Region durch die Offensive auf rund 160.000 erhöht. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort; die Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Seit Beginn der syrisch-russischen Offensive im Süden des Landes vor zwei Wochen versuchten nach Angaben der UNO inzwischen rund 66.000 Menschen, in Richtung Jordanien zu fliehen.

Im Südwesten Syriens sind die Verhandlungen des russischen Militärs mit den Rebellen über ein Ende der Kämpfe in der Provinz Deraa vorerst gescheitert. Am Samstag lieferte die jordanische Armee Hilfsgüter für die Vertriebenen jenseits der Grenze, wie eine Regierungssprecherin in Amman sagte.

Das kleine Jordanien beherbergt nach UN-Angaben 650.000 syrische Flüchtlinge, die Regierung geht aber von einer inoffiziellen Zahl von 1,3 Millionen Syrern aus, die seit 2001 ins Land kamen.

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