ZDF-Kommentatorin: Claudia schießt gegen Hetzer zurück

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Diese Art von Kommunikation und falschem Demokratieverständnis, die sich durch die sozialen Medien frisst, ist grauenvoll", sagt die ZDF-Journalisten in einem Interview mit der am Donnerstag erscheinenden Wochenzeitung Die Zeit: "Man kann den Menschen nur immer wieder zurufen: Geht länger zur Schule.

Berlin. ZDF-Fußballkommentatorin Claudia Neumann, die bei ihren Einsätzen am Reporterin während der Fußball-WM in den vergangenen zwei Wochen in den sozialen Medien Anfeindungen und Beschimpfungen über sich hat ergehen lassen müssen, hat sich erstmals zu den Beleidigungen geäußert. "Bildet euch weiter, erweitert euren Bewusstseinshorizont, dann lernt man, auch andere Haltungen zu tolerieren", sagte Neumann im Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit".

Neumann hat eine Erklärung dafür, warum im Fußball gesellschaftliche Entwicklungen so spät ankommen: "Vielleicht brauchen Männer ihre kleine Oase des Rückzugs, in der man sie Kind sein lässt".

Neumann weiter: "Gewissen Menschen scheint zumindest jegliche Form des Anstands abhandengekommen zu sein". Jedes Anderssein gehe ihnen "gegen den Strich".

Verändert habe sie ihre Arbeit angesichts der Hetzer nicht.

Aber: Seit der EM 2016 - schon damals gab es viele sexistische Beleidigungen - überlege sie sich "zweimal, mit welchen Worten und mit welcher Wucht ich einen Spieler oder Trainer oder Manager kritisiere, weil ich nun weiß, wie tief das gehen kann".

Bellut hoffte mit der Anzeige auf eine abschreckende Wirkung. Am Dienstagabend zum Beispiel erfuhr ARD-Reporter Steffen Simon beim Spiel Kolumbien gegen England viel Häme und Spott - wenngleich meist gemäßigter als zuvor Neumann.

Es gehe bei der Kritik nicht um sie als Person, "sondern darum, dass sich Frauen erdreisten, in exponierten Positionen im Fußball aufzutauchen", sagte Neumann. Sie sei zwar keine Feministin, übernehme als Vorreiterin aber "einen Teil Verantwortung im gesellschaftlichen Bereich".

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