Discounter stoppen Verkauf von Energydrinks an Kinder

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Energydrinks gelten wegen ihres hohen Koffein- und Zuckergehalts als ungesund.

Lidl hatte erst kürzlich angekündigt, in den niederländischen Filialen keine Zigaretten mehr zu verkaufen. Schlimme Symptome wie Unruhe, Herzrhythmusstörungen, Nierenversagen oder sogar Krampfanfälle werden mit der süßlichen Flüssigkeit in Verbindung gebracht.

Die Discounter Aldi und Lidl werden ab 1. Oktober in den Niederlanden keine Energydrinks mehr an Kinder unter 14 Jahren verkaufen. Die beiden Supermarktketten kommen damit zumindest zum Teil den Empfehlungen des niederländischen Verbands von Kinderärzten nach, die Anfang des Jahres ein Verkaufsverbot von Energydrinks an Personen unter 18 Jahren forderten. Das hatte das Gesundheitsministerium zwar abgelehnt, Schulen, Sportvereine und Unternehmen aber zu Maßnahmen aufgerufen. Viele Schulen hatten die Drinks bereits aus den Kantinen entfernt.

Auch bei Lidl soll ein Verkaufsstopp für Kinder eingeführt werden. Vorreiter der Bewegung ist Litauen, wo der Verkauf von Energydrinks an Kinder und Jugendliche 2014 gesetzlich verboten wurde.

In Deutschland planen aber weder Aldi noch Lidl eine Altersbeschränkung für Energydrinks, so die Stuttgarter Nachrichten.

Die Unternehmen wollen sich weiterhin auf Verpackungshinweise beschränken, die auf den hohen Koffeingehalt hinweisen.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisierte das: "Aldi und Lidl Deutschland dürfen beim Kinder- und Jugendschutz nicht länger hinterherhinken", teilte der Verein mit. Dieses Produkt ist jedoch für alle erhältlich, egal ob Erwachsener oder Kind. Bei einem ansonsten gesunden 16-Jährigen etwa hatte eine Überdosis 2017 zu tödlichen Herz-Rhythmus-Störungen geführt, wie die Obduktion ergab.

In Deutschland ist bislang kein vergleichbarer Fall bekannt. Kinder sind durch den Konsum von Energydrinks gefährdeter, weil sich bei ihnen das Koffein auf einer geringeren Körpermasse verteilt.

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