Gespräch über Strafzölle: Autobosse treffen US-Botschafter

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Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat den deutschen Autobauern eine Lösung im Streit um drohende Strafzölle unterbreitet.

► Laut dem Bericht ist die US-Regierung bereit zu einer sogenannten Null-Lösung: Die USA und Europa sollen komplett auf Autozölle verzichten. Diesen Vorschlag soll Grenell der "Top-Riege der deutschen Automanager" bei einem Treffen in Berlin gemacht haben.

Das "Handelsblatt" schreibt, Grenell habe den Managern mitgeteilt, er sei beauftragt, eine Lösung mit Deutschland und der EU zu suchen.

An dem Treffen auf Einladung Grenells nahmen demnach die Vorstandschefs Herbert Diess (VW), Dieter Zetsche (Daimler), Harald Krüger (BMW) und Elmar Degenhart (Continental) sowie der Präsident des Verbands der deutschen Autoindustrie (VDA), Bernhard Mattes, teil.

Deutsche Hersteller wären von höheren US-Zöllen besonders betroffen, sie führten im vergangenen Jahr Autos im Wert von 20 Milliarden Dollar in die USA aus.

Diese Nachricht wurde am 04.07.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Ein Daimler-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. In Industriekreisen war anschließend von einem positiven Zeichen die Rede: "Man spricht miteinander, man ist im Dialog", hieß es. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet. Die EU-Kommission wollte sich inhaltlich ebenfalls nicht zu dem Bericht äußern. Derzeit fallen bei Pkw-Importen aus der EU in die USA 2,5 Prozent Zoll an, Pickups müssen mit 25 Prozent verzollt werden.

Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) beobachtet die Entwicklung mit Sorge.

US-Präsident Donald Trump hat Stahl- und Aluminiumimporte aus Europa mit zusätzlichen Zöllen belegt, Brüssel reagierte mit zusätzlichen Zöllen auf US-Produkte wie etwa Whiskey. In dem Fall könnte sie Strafmaßnahmen verhängen. Das würde insbesondere deutsche Herstelle schwer treffen.

Die EU wiederum droht den USA mit Vergeltungsmaßnahmen mit Milliardenschäden für die US-Wirtschaft.

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