Autokorso für Erhalt der Arbeitsplätze bei Halberg Guss

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Der heftige Streit zwischen dem Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) und der IG Metall eskaliert weiter - mit möglicherweise empfindlichen Folgen für die bedrohten Werke in Leipzig und Saarbrücken. Es gehe darum, "das Saarbrücker Werk zu retten und die leider nicht vermeidbare Schließung des Standortes in Leipzig nicht noch massiv zu beschleunigen", hieß es. Der Leipziger IG-Metall-Sprecher Bernd Kruppa entgegnete im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: "Wir befinden uns nicht im Bereich der Schlichtung, wir reden nicht über Mediation". Die NHG gehört seit Januar zur Prevent-Gruppe, die sich mit Volkswagen immer wieder erbittert um Lieferkonditionen gestritten hat. Zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, das Werk in Leipzig, in dem rund 600 Mitarbeiter beschäftigt sind, Ende 2019 zu schließen. Dabei hatte die Gewerkschaft die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite erst am 13. Juni für gescheitert erklärt und war am nächsten Tag in den Streik getreten. Einige Kunden hätten bereits Probleme, sagten gestern die Geschäftsführer Alexander Gerstung und Barbaros Arslan.

Die IG Metall habe auch den Einsatz eines Schlichters in dem Konflikt verweigert und blockiere mit dem Streik "rechtswidrig" die Fertigung bei NHG. Ein fast schon sicherer Folgeauftrag für die USA über 200 000 Motorenblöcke pro Jahr bis 2024 werde nicht mehr an die NHG vergeben. Die Gewerkschaft verlangt höhere Abfindungen und eine Qualifizierungsgesellschaft. Sonst könnten auch in Saarbrücken größere Streichungen oder gar das Aus drohen. Aus dem Fonds sollen Leistungen für Beschäftigte bezahlt werden, wenn Arbeitsplätze verloren gehen sollten. "Wir wollen eine Zukunft für die Neue Halberg Guss GmbH schaffen", sagte Kurtz.

Die Geschäftsleitung von NHG sprach von "völlig realitätsfernen Forderungen". Die IG Metall habe zudem die Nötigung von Mitarbeitern und Blockaden geduldet.

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