Boeing übernimmt Mehrheit an Embraers Verkehrsflugzeug-Geschäft

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Der US-Flugzeug-Hersteller Boeing soll die Mehrheit am Verkehrsflugzeuggeschäft seines brasilianischen Wettbewerbers Embraer übernehmen. Der Deal bewertet Embraers ziviles Flugzeuggeschäft mit 4,75 Milliarden Dollar und Boeings Beteiligung mit 3,8 Milliarden Dollar. Dieses Problem wurde nun mit einem Kniff aus dem Weg geräumt: Die brasilianische Regierung verfügt über ein Vetorecht. Das Joint-Venture soll einen Wert von 4,75 Milliarden Dollar haben; Boeing wird daran 80 Prozent halten.

Falls die Partnerschaft bei den beiden zivilen Verkehrsflugzeugsparten zustande kommt, würden laut Boeing und Embraer alle Modalitäten bis Ende 2019 unter Dach und Fach sein. Zuvor hatte sich Airbus bereits mit Embraers kanadischem Rivalen Bombardier verbündet. Die Kartellbehörden und die Aktionäre müssen dem Deal aber noch zustimmen. Die Verhandlungen seien "komplex", sagte Unternehmenschef Paulo Souza e Silva am Mittwoch (Ortszeit) nach Angaben der Tageszeitung "Valor Econimoco" auf einer von ihr ausgericheteten Veranstaltung. Das bestehende Militärgeschäft soll weiter ganz bei Embraer bleiben - ebenso wie die Sparte für Geschäftsreise-Flugzeuge.

Erschwert wurde das Bündnis durch politischen Widerstand aus Brasilien, da Embraer auch Militärflugzeuge und Sicherheitstechnik entwickelt und baut.

Zusammenarbeiten wollen beide Gesellschaften wie bisher bei der Vermarktung von Embraers Militärtransporter KC-390.

Mit einem weiteren Rüstungs-Joint-Venture wollen die Unternehmen neue Märkte für Verteidigungsprodukte und -dienstleistungen erschließen. Dazu zählen auch die Posten des Verwaltungsratschefs und des Vorstandschefs. Euro vor Steuern. Die Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Jahr seien von dem Deal nicht beeinträchtigt, erklärte Boeing. Dazu will er 810 bis 815 Verkehrsflugzeuge ausliefern und damit seine Rolle als weltgrößter Flugzeugbauer vor Airbus verteidigen, der bisher rund 800 Flugzeuge anpeilt.

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