Deutschland - Gehaltsabstand zwischen Vorständen und Mitarbeitern wächst

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Das 10-fache? Das 100-fache? Nach Berechnungen der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung verdiente ein DAX-Vorstand im Mittel 71 Mal so viel wie die beschäftigten seines Unternehmens im Durchschnitt.

Wer die Verantwortung für die Geschicke eines großen Unternehmens mit zig tausend Arbeitsplätzen trägt, erbringt eine beachtliche Leistung und sollte anständig bezahlt werden. Ausgewertet wurden die Geschäftsberichte in den Jahren 2005, 2008, 2011, 2014 und 2017. Angaben für inländische Beschäftigte waren nicht durchgängig verfügbar und erlaubten daher keinen Vergleich.

Der Abstand zwischen der Vergütung von Managern der Dax-Konzerne und ihren Mitarbeitern ist einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Die Vorstandsvorsitzenden im Dax haben im zurückliegenden Geschäftsjahr 2017 im Schnitt sogar das 97-Fache eines durchschnittlichen Beschäftigten in ihrem Unternehmen erhalten.

Auffällig ist, dass die Gehaltslücke je nach Konzern sehr unterschiedlich ausfällt. Nimmt man die Gehälter der Vorstandsvorsitzenden als Maßstab, wird der Abstand noch größer: Post-Vorstandschef Frank Appel verdiente zuletzt das 232-Fache eines durchschnittlichen Mitarbeiters.

Das heißt, dass ein Angestellter 71 Jahre arbeiten muss, um die Jahresvergütung eines DAX-Vorstands zu erreichen. Gefolgt wird er von Adidas-Chef Kasper Rorsted, der sich über das 192-fache eines gemeinen Adidas-Angestellten freuen darf. Aber sein Unternehmen hat auch den geringsten Börsenwert der Dax-30 und droht gar, ganz aus dem Index zu fallen.

Bei den einfachen Vorständen reicht die Spanne vom 20-fachen des Firmen-Durchschnittsgehalts bei der Commerzbank bis zum 159-fachen bei der Deutschen Post. Schlusslicht ist die Commerzbank - Chef Martin Zielke bekam das 25-fache. Das IMU will mit der Studie für mehr Transparenz bei der Diskussion um die Verhältnismäßigkeit von Löhnen für Top-Manager sorgen. Zudem fordert das Institut die Unternehmen auf, die Messgröße von sich aus zu publizieren.

Für IMU-Direktor Norbert Kluge ist klar, dass die Gehaltskluft zwischen Top-Managern und Durchschnittsverdienern zu groß ist.

"Managergehälter müssen leistungsgerechter werden".

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