Nach Einzug ins Halbfinale - Kostenlose Beerdigung für belgischen WM-Fußballer

Einstellen Kommentar Drucken

Bei der Fußball-WM in Russland zeigte der Brasilianer schon einige Einlagen, die sogar manchen Filmkritiker auf den Plan riefen (mehr dazu lesen Sie hier).

Kasan. Belgien startete gegen Brasilien furios, musste in den letzten Minuten noch zittern - und steht dank eines 2:1-Siegs im Halbfinale. Nach dem Sieg Frankreichs über Uruguay steht nun auch das Nachbarland Belgien im Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft in Russland. Aber Belgien hat die Tore geschossen. "Die Jungs haben es verdient". "Wir haben eine fantastische Mannschaft, auf die ganz Belgien stolz sein kann". Und de Bruyne dachte schon einen Schritt weiter: "Wir sind in den Top Vier, aber jeder will dieses Finale spielen".

Die Titelträume der Seleção um Superstar Neymar, der erneut durch Schauspielerei auffiel, endeten dagegen 1459 Tage nach der 1:7-Demütigung gegen Deutschland erneut vorzeitig - auch wenn die Leistung deutlich besser war als vor vier Jahren.

Fernandinho mit einem Eigentor (13. Minute) und De Bruyne (31.), der eine atemberaubende Vorarbeit des wuchtigen Stoßstürmers Romelu Lukaka mit einem Rechtsschuss ins linke Eck vollendete, besiegelten den Viertelfinal-K.o. für die letzte nicht-europäische Mannschaft im Turnier.

Zum Anpfiff war die beste Abwehr der WM auf den besten Angriff getroffen, doch beide Teams suchten ihr Heil in der Offensive. Für die Belgier probierte es De Bruyne bereits in der zweiten Minute mit einem Distanzschuss, der jedoch knapp am Tor vorbeiflog. Erstmals war Brasilien bei diesem Turnier in Rückstand geraten. Thiago Silva lenkte einen Eckball mit dem Oberschenkel an die Stange. Ersatzmann Fernandinho kam mit den spielstarken Belgiern kaum zurecht. Eine Chadli-Ecke fälschte Fernandinho mit dem rechten Oberarm unhaltbar ins eigene Tor ab.

Brasilien wirkte geschockt, kam offensiv nur selten gefährlich zum Abschluss. Auch eine Flugeinlage Neymars in der Nachspielzeit nach Körperkontakt war nicht elfmeterreif. Neymar bemühte sich, doch beinahe hätten die Belgier ihren Vorsprung vor der Pause noch ausgebaut.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Brasilien drängte auf den Anschluss. Beim ersten Mal war es eine klare Schwalbe von Neymar (53.).

Außerdem blieb es bei dem einen Gegentor von Augusto (76.), weil der China-Legionär wenig später freistehend aus 16 Metern eine zweite Großchance vergab - und weil Schiedsrichter Milorad Mazic bei einem Foul von Vincent Kompany an Gabriel Jesus gemeinsam mit seinem Video-Assistenten Daniele Orsato nicht auf Elfmeter entschied.

Ganz im Gegenteil zu Belgien-Coach Martinez. Sie ließen die Brasilianer kommen, um dann eiskalt zu kontern und die entsprechenden Nadelstiche zu setzen. Eine schöne Lupf-Flanke von Coutinho verwertete er per Kopf (76.). Einen Wermutstropfen gab es noch beim Sieger: Der auf den Rechtsverteidigerposten gerückte Thomas Meunier sah die zweite Gelbe Karte im Turnier und fehlt damit gegen Frankreich.

Comments