Sparkassenkunden können Geld jetzt in Sekunden überweisen

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Ab morgen beginnt für Sparkassenkunden eine neue Ära: Denn mit den so genannten Instant Payments werden Überweisungen möglich, die innerhalb von Sekunden von einem auf dem anderen Konto landen.

Nein. Die Echtzeit-Überweisung steht an jedem Tag im Jahr, rund um die Uhr, also auch an Sonn- und Feiertagen, zur Verfügung. Das Instant-Payment-System ist eine Weiterentwicklung der bekannten SEPA-Überweisung. Sie gehört zum italienischen Unicredit-Konzern, die das Echtzeit-Überweisungssystem sofort testete, seit dem es seit dem 21. November 2017 in Europa möglich ist. In Deutschland ist dies nur die Hypo-Vereinsbank (HVB).

"Auch heute werden mehr als 95 Prozent der Instant-Payments-Überweisungen in weniger als drei Sekunden durchgeführt".

Vorerst geht die Echtzeit-Überweisung nur, wenn beide Seiten - Auftraggeber und Zahlungsempfänger - Kunden der Sparkassen-Finanzgruppe sind, so die Sparkasse in ihrer Mitteilung.

Was haben Kunden von der Echtzeit-Überweisung? Sie können in ihrem Online-Banking-Account selbst auswählen, ob sie eine Überweisung in Echtzeit oder auf dem gewöhnlichen Wege ausführen wollen. "Sonst nutzen Privatkunden sie nicht", sagt Experte Stahl.

Wer zum Beispiel sein altes Auto privat verkauft, muss bisher zumindest das Risiko einkalkulieren, dass der Käufer nicht zahlt. Würde das Geschäft via Echtzeitzahlung abgewickelt, hätte der Verkäufer direkt die Gewissheit, dass das Geld auf seinem Konto ist.

Wer online shoppt, kann sich freuen: Denn je schneller der Händler das Geld hat, desto schneller wird die Ware verschickt.

Vor allem aber Geschäftskunden profitieren: Ein Spediteur könnte an einen Kunden die Waren erst ausliefern, sobald die Zahlung bei ihm eingetroffen ist. Allerdings gilt bislang eine Obergrenze von 15 000 Euro für Instant-Payments-Zahlungen.

Welche Banken nehmen noch teil?

In Deutschland war die HVB lange alleine auf weiter Flur, denn die Teilnahme an dem Verfahren ist für Banken freiwillig. Somit waren die Nutzungsmöglichkeiten von Instant Payments eingeschränkt: Denn Echtzeitzahlungen funktionieren nur, wenn auch die Bank des Empfängers diese anbietet.

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"Langfristig werden Instant Payments die normale Überweisung komplett ablösen, weil es für die Institute keinen Sinn macht, zwei parallele Systeme anzubieten", sagt Ernst Stahl vom Forschungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg.

Auch da ist noch Luft nach oben. Dann können Instant Payments auch über Ländergrenzen hinweg ausgeführt werden. Zählt man die Institute hinzu, die sich klar zur Teilnahme an dem Verfahren positioniert haben, kommt man auf fast 1100 Zahlungsdienstleiter in 15 Ländern.

Der Zahlungsverkehrsraum Sepa ("Single Euro Payments Area"), der Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen grenzüberschreitend standardisieren und so beschleunigen soll, umfasst 34 Länder mit insgesamt 4200 Zahlungsdienstleistern: Neben den 28 EU-Staaten sind Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz, Monaco und San Marino dabei.

Was kostet der neue Service? .

Das hängt vom Kontomodell ab. Kontomodellen werden keine Zusatzgebühren erhoben bzw. sind diese bereits pauschal abgedeckt, einige Sparkassen verlangen pro Schnellüberweisung 50 Cent.

Was passiert, wenn es Probleme bei Echtzeitüberweisungen gibt? . Wenn man Geld in Echtzeit überweist, erhalte man unmittelbar eine Information, dass das Geld beim Empfänger eingegangen sei. "Wenn ein falscher Betrag eingetippt wird, ist das Geld erstmal weg".

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