Tausende Lehrer gehen arbeitslos in die Sommerferien

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Kritisiert den Umgang mit vielen Lehrern in den Sommerferien: GEW-Chefin Marlis Tepe. "Es zeichnet sich wieder deutlich ab", sagte die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, mit Blick auf die Sommerferien 2018.

Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Kultusministerien der Länder ergab, dass vor allem Vertretungslehrer im Angestelltenverhältnis betroffen sind.

Den Eindruck, in Baden-Württemberg würden Lehrer ohne Grund in die Arbeitslosigkeit entlassen, wies eine Sprecherin des Stuttgarter Kultusministeriums auf SPIEGEL-Anfrage zurück. Eine Beschäftigung dieser Pädagogen auch in der Ferienzeit würde das Land 12,5 Millionen Euro kosten.

In Mecklenburg-Vorpommern läuft zum Ende des Schuljahres für 171 Lehrer an öffentlichen Schulen die befristete Anstellung aus.

Die Bundesagentur für Arbeit registrierte in den vergangenen Sommerferien die meisten Arbeitslosmeldungen von Lehrkräften in Baden-Württemberg (rund 1680), Bayern (860) und Niedersachsen (470).

Eine Strategie, an der manche Bundesländer trotz des immer stärker werdenden Lehrermangels festhalten - auch in diesem Sommer. Auch im relativ kleinen Hamburg (260) war das Phänomen gut erkennbar. Diese Lehrkräfte mit Arbeitslosigkeit abzustrafen, sei dreist.

In Rheinland-Pfalz ändert sich demnächst etwas: Das Land will ab 2019 alle Vertretungslehrer über die Sommerferien bezahlen. Rund 1000 Lehrer könnten davon profitieren.

Unter den dann noch verbleibenden etwa 650 Lehrern hätten sich einige klar für diese Situation entschieden: "Sie haben sich auf besetzbare, unbefristete Stellen bewusst nicht beworben oder ein solches Angebot ausgeschlagen, weil dies ihrem Ortswunsch nicht entsprach, und stattdessen lieber eine befristete Krankheitsvertretungsstelle im gewünschten örtlichen Umfeld angetreten", so die Sprecherin des Ministeriums. In Nordrhein-Westfalen, Hessen und auch in Sachsen-Anhalt ist die Sommerarbeitslosigkeit von Lehrern eher kein Aufreger-Thema. Man muss den Beruf attraktiv gestalten und nicht sagen: "Wir brauchen Euch in den Sommerferien nicht".

Laut GEW-Angaben hätten Nachwuchslehrer sogar keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, da sie als Beamte auf Widerruf nicht in der Arbeitslosenversicherung versichert seien.

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