Tesla: Erstes Opfer im Handelskrieg? Drastische Preiserhöhung in China

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Tesla setzt auf den weltgrößten Automarkt China, um seine Verkaufszahlen bei den E-Auots voranzutreiben.

Tesla hat als erster Autobauer mit drastischen Preiserhöhungen in China auf den sich verschärfenden Handelsstreit zwischen den USA und der Volksrepublik reagiert. Je nach Version des Elektroautos bedeutet dies ein Mehrpreis von 22.600 bis 37.600 US-Dollar. Tesla gab dazu keine Stellungnahme ab.

Als Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump erhobenen Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar hat China seit Freitag Vergeltungszölle in gleicher Höhe unter anderem auf US-amerikanische Autoimporte, Sojabohnen und Baumwolle bis hin zu Schweinefleisch eingeführt.

► China hat eine Anhebung der Zollsätze für Autos aus den USA auf 40 Prozent angekündigt. Immerhin trägt China 17 Prozent zu den Gesamtumsätzen von Tesla bei. Für den Rest der Welt hat Peking die Zölle hingegen zum 1. Juli von 25 auf 15 Prozent gesenkt.

BMW will die Last der chinesischen Strafzölle auf US-Autos nicht allein schultern und bittet die Autokäufer in China mit zur Kasse. Tesla lieferte mehr als 15'000 Fahrzeuge nach China und plant eine Fabrik in Shanghai. Weil der X3 seit Mai auch in China gebaut wird, würden dieses Jahr deutlich weniger BMW aus den USA nach China exportiert werden, sagte der Sprecher. Momentan bleibe es aber noch bei den aktuellen Listenpreisen für die Händler.

BMW baut in seinem größten Werk in Spartanburg in den USA (Bundesstaat South Carolina) die Autos der SUV-Modelle X3 bis X6, die auch nach China exportiert werden.

Der Oberklasse-Rivale Daimler hat Probleme mit den Sonderzöllen Pekings auf US-produzierte Wagen. Mitte Juni senkten die Stuttgarter ihre Jahresprognose für das operative Konzernergebnis und verwiesen dabei vor allem auf die Wirkung der chinesischen Zölle. Mercedes baut im US-Werk Tuscaloosa die SUV-Modelle GLE und GLS auch für China.

Die erhöhten Einfuhrtarife in China würden zu einem geringeren Absatz als geplant führen, hieß es in der Gewinnwarnung. Experten rechnen damit, dass weitere Autokonzerne die Preise in China für aus den USA gelieferte Wagen anheben oder grössere Teile der Produktion dorthin verlagern werden. Zudem könnten die höheren Kosten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden. Den Golf und Jetta für Nordamerika fertigt Volkswagen im mexikanischen Pueblo. Die Konzerntochter Audi baut im mexikanischen San Jose Chiapa den SUV Q5, aber auch in China.

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