BAG meldet deutliche Zunahme von Zecken-Fällen

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In diesem Jahr haben auch deutlich mehr Personen wegen Zeckenstichen oder Borreliose einen Arzt aufgesucht. Bei 5 bis 15 Prozent der Betroffenen kommt es zu einem zweiten Schub, der Monate lang dauern kann und Symptome einer Hirnhaut- oder Hirnentzündung aufweist. "Hauptsächlich werden durch Zecken Borrelien und das FSME-Virus übertragen", so Schmidt, "eine Borreliose sowie das FSME-Virus ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar". Rund 1 Prozent der FSME-Fälle verläuft tödlich.

Seit 10 Jahren untersucht der Wissenschaftler Gerhard Dobler am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München die Ausbreitung und Aktivität des FSME-Virus in Deutschland. Aber: Nicht jeder Zeckenstich hat solche Folgen, denn nicht alle Zecken tragen den Virus in sich. Bereits im Mai wurden über 65 Zeckenvirusinfektionen registriert. Das sind weit mehr als im Mai 2016, als sich 40 Personen mit dem Virus infiziert hatten.

Seit Jahresbeginn bis Ende Juni summierte sich die Zahl der gemeldeten Fälle damit auf 150. Seit 2000 wurden im gleichen Zeitraum jeweils zwischen 46 und 109 Fällen gemeldet.

In das Modell fließen noch andere Kennwerte mit ein - zum Beispiel die Zahl der Bucheckern zwei Jahre vor dem aktuellen Sommer, sowie die jährliche Durchschnittstemperatur und die Wintertemperatur im Jahr davor ein. Gemäss einer Hochrechnung des BAG waren es per Ende Juni rund 21'300 Arztbesuche wegen Zeckenstichen und 6900 wegen akuter Fälle von Borreliose.

Die Saison, in der Zecken besonders aktiv sind, beginnt je nach Witterung im März und endet im November. Zur allgemeinen Prävention der zeckenübertragenen Krankheiten haben die SUVA, das BAG sowie die Kantone Empfehlungen zum Schutz vor Zeckenstichen publiziert. Die Kleidung sollte demnach hell sein und möglichst gut decken.

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