Kroatien steht erstmals in einem WM-Endspiel

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Englands großer Traum platzte beim 1:2 (1:1, 1:0) in der Verlängerung des Halbfinals von Moskau trotz langer Führung und vielen Konterchancen. Die Kroaten belohnten sich für eine Leistungssteigerung aber mit dem Ausgleich durch Ivan Perisic (68.).

Am Sonntag (17.00 Uhr MESZ) wartet erneut im Luschniki-Stadion Frankreich im Finale. Einen schnellen Angriff der "Three Lions" über Dele Alli konnte Kroaten-Kapitän Luka Modric nur mit einem Foul stoppen. Es war der erste Treffer im englischen Teamdress für den 27-jährigen Tottenham-Star, der erste direkt versenkte Freistoß der "Three Lions" seit David Beckham 2006.

Im Training geprobte Kombinationen funktionierten, in der Offensive fanden sich mit Jesse Lingard, Harry Kane, Raheem Sterling und Alli immer wieder Anspielstationen. Kroatien kam erst gegen Ende der ersten Hälfte ins Spiel.

Auch nach dem Seitenwechsel wurden die Insel-Kicker mit ihrem Tempo-Fußball brandgefährlich. Drei Minuten später ließ sich der Verteidiger überraschen: Vrsaljko flankte ins Zentrum, von hinten stürmte Perisic heran und bugsierte den hohen Ball vor Walker ins Tor. "Wir sind ein Land, in dem alles möglich ist - vier Millionen Einwohner, vier Millionen Trainer, vier Millionen Spieler", sagte Trainer Zlatko Dalic schon vor dem Halbfinale gegen England.

Nach der Halbzeit in der Verlängerung waren plötzlich die Feurigen wieder obenauf - und wie! Mit einem Schlag war die Elf von Gareth Southgate wie von der Rolle. Nur Schlussmann Pickford hielt die Engländer im Spiel, rettete in der 82. Minute gegen Mario Mandzukic.

Die Pause half den Engländern, die geordneter in die Verlängerung starteten.

Durch Englands Start nach Maß war der Matchplan der Kroaten, die nach Elfmeterkrimis gegen Dänemark und Russland ins Halbfinale vorgestoßen waren, durchkreuzt. Wenig überraschend wurde es nach einem Eckball dann auch wieder gefährlich, Vrsaljko klärte einen Stones-Kopfball für seinen geschlagenen Schlussmann vor der Linie (98.). Den Aufreger auf der anderen Seite lieferte Mandzukic, der nach einer scharfen Hereingabe am Knie von Pickford scheiterte (105.). Brozovic verzog nach einem Eckball per Direktabnahme nur knapp (108.), doch kurz darauf gelang dem von Perisic freigespielten Mandzukic aus halblinker Position im Strafraum das 2:1 (109.). Dem hatten die Engländer, die in der Schlussphase nach vier Wechseln ohne den angeschlagenen Trippier auskommen mussten, nichts entgegenzusetzen.

Tränen und Freudenschreie, Umarmungen und Gesänge, Feuerwerk und bengalische Fackeln: In Kroatien kannte der Jubel nach dem erstmaligen Einzug in ein WM-Finale keine Grenzen. Petersburg auf nicht minder frustrierte Belgier, die gegen Frankreich im Nachbarschafts-Duell mit 0:1 den Kürzeren gezogen hatten.

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