Wimbledon - Angelique Kerber erreicht Finale

Einstellen Kommentar Drucken

Julia Görges brauchte einen Satz mehr zum Sieg gegen Kiki Bertens aus den Niederlanden (3:6, 7:5, 6:1), ebenso wie ihre nächste Gegnerin, die nicht ganz unbekannte Serena Williams. Im zweiten Halbfinale trifft Julia Görges auf die siebenmalige Wimbledonsiegerin Serena Williams. Die 30-Jährige gewann am Donnerstag gegen die Lettin Jelena Ostapenko in nur 68 Minuten 6:3, 6:3 und kämpft damit am Samstag um ihren dritten Major-Titel. Wie lange das schon zurückliegt, belegt die historische Dimension des Ereignisses, das sich an diesem Dienstag auf dem Centre Court und dem Court Number one im Londoner Südwesten abspielte. Und Kerber vollendet ihn - dank eines Doppelfehlers ihrer Gegnerin geht Satz eins verdient an die Deutsche! Erst Break-, dann zweiter Matchball für die Deutsche - und diesmal nutzt sie ihn! Prompt gelang ihr darauf das erste Break der Partie, mit 4:3 lag sie erstmals vorn.

Im ersten Satz konnte Ostapenko ihre 19:2 "Unforced Errors" durch die 18:6 Gewinnschläge nicht wettmachen. 25 Jahre ist es her, dass zwei deutsche Tennisspielerinnen bei einem Grand Slam unter den besten Vier waren: Das war nach Angaben der WTA 1993, als Steffi Graf bei den French Open Anke Huber besiegte. Kerber nahm der Lettin, die in ihrer Freizeit mehrmals die Woche in einem Verein Samba tanzt, den Aufschlag gleich zweimal ab.

Gegen die von Kerbers langjährigem Coach Torben Beltz trainierte Vekic hatte sich Görges von Beginn an auf ihren starken Aufschlag verlassen können. Es war Ostapenkos erster Satzverlust im Turnierverlauf. Ostapenko weiter druckvoll, aber etwas fehlerhaft. Auch im zweiten Durchgang führte sie schnell mit 3:0. Die 21-Jährige, die im Vorjahr sensationell zum French-Open-Titel gestürmt war, ging hohes Risiko in fast jedem Ballwechsel und streute außerdem mehrere anspruchsvolle Stopps ein. Bekannt ist Ostapenko für ihren risikoreichen Stil. Ostapenko liegt derzeit auf Platz 12 der Weltrangliste, Kerber auf Rang 10. "Ich habe sehr viel aus den beiden letzten Jahren gelernt, besonders mental, dass ich mich auf meinen Weg fokussieren muss", sagt sie. Görges bestreitet zum ersten Mal ein Grand-Slam-Halbfinale und belohnt sich damit auch für ihren neu eingeschlagenen Weg mit dem Umzug nach Regensburg und dem Wechsel zu Trainer Michael Geserer.

Wenn das kein gutes Omen ist: Das letzte Mal, dass zwei deutsche Damen im Halbfinale von Wimbledon standen, zogen beide ins Endspiel ein.

Comments