HIV-Prophylaxe: Jens Spahn will Aids-Pille als Kassenleistung einführen

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Bei der HIV-Prophylaxe PrEP nehmen HIV-negative Menschen mit besonders hohem HIV-Risiko vorsorglich ein HIV-Medikament mit zwei Wirkstoffen.

Mit PrEP gehen HIV-Infektionen zurückDie PrEP kann die Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland nach einer Studie der Universität Rotterdam bis 2030 um rund 9.000 verringern.

Wichtig bei PrEP sei aber, dass eine gut strukturierte fachärztliche Betreuung der Patienten stattfindet. Der geplante Anspruch für HIV-gefährdete Menschen soll laut Spahn auch ärztliche Beratung und Untersuchungen umfassen. Erstattet werden soll die Präexpositionsprophylaxe (PrEP), die laut Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft für Situationen entwickelt wurde, in denen keine klassische Vorbeugung mittels Kondomen oder Enthaltsamkeit möglich sei.

Die Krankenkassen entgegneten, zur Senkung des Infektionsrisikos seien insbesondere Kondome verfügbar, die der Eigenverantwortung für gesundheitsbewusste Lebensführung zuzurechnen seien, wie Verbandssprecher Florian Lanz sagte.

"Die neue Regelung ist ein Meilenstein für die HIV-Prävention in Deutschland". "Die Kassenfinanzierung wird Menschen den Zugang zur HIV-Prophylaxe eröffnen und damit zahlreiche Infektionen verhindern", erklärte Aids-Hilfe-Vorstand Winfried Holz. Wenn diese Leistungen künftig "endlich vernünftig bezahlt" würden, "wäre das ein Schritt in die richtige Richtung", erklärte Verbandschef Ulrich Weigeldt. Ihr Linken-Kollege Achim Kessler meinte, ein kostenloser Zugang unter medizinischer Begleitung sei entscheidend, um Menschen mit niedrigem Einkommen den gleichen Zugang zu PrEP zu geben. Laut Aids-Hilfe seien dies monatlich zwischen 50 und 70 Euro. "Es ist dringend an der Zeit, diese Lücke in der HIV-Prävention zu schließen", sagte Holz. Auch Hilde Mattheis, SPD-Berichterstatterin für sexuelle Vielfalt im Gesundheitsausschuss, begrüßte Spahns Ankündigung: "Ich bin froh, dass die Union hier ihre ideologischen Scheuklappen abnimmt und pragmatisch im Sinne der Versicherten Politik machen will". Es ist mittelständisch und touristisch geprägt, zählt 330 Einzelhandelsbetriebe und eine Brauerei.

Eingerahmt von kiefergrünen Höhen des Alpenvorlandes, eingebettet in ein Moränental am Fluss Wertach. Die Altstadt ist vom Krieg nahezu unberührt. Otto von Bismarck ist Ehrenbürger.

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