Franz Beckenbauer: Sommermärchen-Vorwürfe "erstunken und erlogen"

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"Erstunken und erlogen", sagte Beckenbauer in Richtung seiner Kritiker, seien all die Geschichten um seine Rolle im noch immer ungeklärten Sommermärchen-Skandal.

Franz Beckenbauer hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe rund um die Vergabe der Fußball-WM 2006 erneut entschieden zurückgewiesen.

Beckenbauer weiter: "Man bildet sich sein eigenes Bild, da hast du überhaupt keine Möglichkeit dagegen vorzugehen, das habe ich dann auch aufgegeben". Er habe jedenfalls "den Leuten Auskunft gegeben, die es von mir verlangt haben".

Der DFB hatte diese Summe ein Jahr vor der Heim-WM über die FIFA auf ein Konto des ehemaligen adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus gezahlt. Drei Jahre zuvor war die gleiche Summe über ein kompliziertes Konstrukt, an dem Beckenbauer offenbar maßgeblich beteiligt war, an den ehemaligen Skandalfunktionär Mohamed Bin Hammam in Katar geflossen.

München Franz Beckenbauer ist als Bayerns Jahrhundertsportler ausgezeichnet worden.

Langjähriger Weggefährten: Franz Beckenbauer (links) und Günter Netzer.

Immerhin: Die ehemaligen Begleiter stehen ebenso zu ihm wie zahlreiche der prominenten Gäste, die auch seinetwegen in die BMW Welt nach München gekommen waren. "Franz hat mit seiner Eleganz und Leichtigkeit den Fußball, so wie er ihn interpretiert hat, in die Nähe der Kunst gebracht", sagte Netzer, der die Laudatio auf Beckenbauer hält. "Das ist ein zweifelhafter Wettbewerb, den haben wir uns beide nicht gewünscht", bemerkte der 73-jährige Netzer, der Beckenbauer einst als Manager Anfang der 80er Jahre zum Hamburger SV geholt hatte. Wofür das Geld ursprünglich verwendet wurde, ist nach wie vor nicht geklärt. "Ich sehe den Sportler in ihm, der alles andere in den Hintergrund stellt". "Es ist einfach müßig, darüber zu reden". "Krankenhaus, Reha, Krankenhaus, Reha" hätten sich bei Beckenbauer in jüngster Zeit abgewechselt. "Wenn man mal 70 ist und auf die 80 zugeht, ein bisschen übertrieben ausgedrückt, zwickt es halt ein bisschen", räumte Beckenbauer ein, der bereits 2005 den "Persönlichen Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten" von Edmund Stoiber erhalten hatte. Ohnehin sei für Beckenbauer nur eines bedeutsam: "Ich lebe noch, das ist mal das Entscheidende".

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