Reaktionen auf Özils Rücktritt Rassismus oder legitime Kritik?

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Aus seiner Zeit als Journalist und Politiker sollte Reinhard Grindel wissen, was es heißt Verantwortung zu übernehmen.

Er muss beim DFB etliche Baustellen moderieren - einen Plan lässt er dabei nicht erkennen. "Er ist stur geblieben, so wie das auch von ihm zu erwarten ist, wie das seine Art ist", sagte Stenger. "Schweren Herzens und nach langer Überlegung werde ich wegen der jüngsten Ereignisse nicht mehr auf internationaler Ebene für Deutschland spielen, da ich dieses Gefühl des Rassismus und der Respektlosigkeit habe", schreibt der 29-Jährige.

Nun hat Grindel die öffentliche Äußerung vorliegen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den von Özil erhobenen Vorwurf des Rassismus zurückgewiesen.

Vielmehr verstecke Özil "sich und seine Mist-Leistung hinter diesem Foto", sagte Hoeneß: "Seine 35 Millionen Follower-Boys - die es natürlich in der wirklichen Welt nicht gibt - kümmern sich darum, dass Özil überragend gespielt hat, wenn er einen Querpass an den Mann bringt". Was er allerdings genauso wie sein Mitspieler übersah - oder womöglich übersehen wollte -, ist der Umstand, dass allein schon aufgrund von Erdogans Amt ein politischer Zusammenhang besteht. Und stimmen die Äußerungen? In drei Stellungnahmen übte er zudem unter anderem scharfe Kritik am DFB sowie an Sponsoren und Medien - und verkündete seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Daimlerdagegen, Hauptsponsor des DFB, hielt sich bedeckt. "Ich werde nicht länger als Sündenbock dienen für seine Inkompetenz und seine Unfähigkeit, seinen Job ordentlich zu erledigen", heißt es weiter. Der DFB prognostiziert auf seiner Website: "Jeder zweite deutsche Nationalspieler der WM 2030 dürfte also einen Migrationshintergrund haben". Und zuletzt holte der frühere Kommunikationschef des DFB zum Rundumschlag aus: "Grindel war und ist der schlechteste DFB-Präsident, den ich je erlebt habe", sagte Harald Stenger in TV-Interviews.

Am Tag nach dem Rücktritt des deutschen Fußballnationalspielers Mesut Özil blickt auch die ausländische Presse auf die Diskussion in Deutschland. Es wird bittere Konsequenzen für Fußball und Gesellschaft haben und daran haben beide Seiten ihren Anteil.

Durch Özils Rücktritt ist dem DFB, der im Zuge dieser Affäre zu keinem Zeitpunkt souverän gewirkt hat, eine womöglich unliebsame Entscheidung abgenommen worden.

Am Montagnachmittag reagierte nun auch der DFB selbst auf den Rücktritt von Mesut Özil und dessen Rassismusvorwürfe. Dass der DFB im Umgang mit dem Thema dazu auch einen Beitrag geleistet hat, räumen wir selbstkritisch ein. Für mich ist Mesut Özil seit Jahren ein Alibi-Kicker. Özil hatte den Konzern angegriffen, weil er nach den Erdogan-Fotos in Werbekampagnen für die WM nicht mehr berücksichtigt wurde. Der DFB erklärte, es gehöre für den Verband zu einem respektvollen Umgang mit einem verdienten Nationalspieler, dass er manche in Ton und Inhalt nicht nachvollziehbare Aussage in der Öffentlichkeit unkommentiert lasse.

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