Welt-Aids-Konferenz: Prinz Harry: Reden über Aids muss normal sein

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Rund 18.000 Wissenschafter, Aktivisten, Patienten und Politiker beraten diese Woche bei der 22. Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam über Wege, die weltweite HIV-Epidemie einzudämmen. "In benachbarten Ländern und in Regionen weltweit sehen wir erneut, dass die Epidemie weiter zunimmt", warnte die Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft, Linda Gail-Bekker. Dagegen habe sich die Zahl der jährlichen Neuinfektionen in Osteuropa und Zentralasien verdoppelt. Die Zahl der Viren im Körper sank zwar, es gelang jedoch nicht, sie vollständig zu bekämpfen. Die internationale Gemeinschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, die Aids-Epidemie bis 2030 zu überwinden. Die Medikamente verhindern, dass sich HIV in den Körperzellen vermehren kann. Eine Ansteckung ist unter anderem über Blut und Sperma möglich.

So beschäftige sich eine Studie, PARTNER2, mit serodiskordanten homosexuellen Paaren, die Sex ohne Kondom praktizierten, wobei der HIV-positive Partner antiviral behandelt wurde, so dass seine Viruslast unter der Nachweisgrenze lag.

Welt-Aids-Konferenz ist das weltweit größte Expertentreffen zu der Immunschwäche.

Unter dem Motto "Barrieren durchbrechen, Brücken bauen" sollen bis Freitag nicht nur neue Therapien diskutiert und wissenschaftliche Neuheiten vorgestellt werden, etwa beim Entwickeln eines Impfstoffes.

Auch Charlize Theron warb bei der Konferenz für den verstärkten Kampf gegen HIV
Auch Charlize Theron warb bei der Konferenz für den verstärkten Kampf gegen HIV

Die neuen HIV-Infektionen in Osteuropa und Zentralasien seien verhinderbar, sagte der niederländische Vorsitzende der Konferenz, Professor Peter Reiss. "Die Maßnahmen, die erfolgreich sind, müssen dort nur umgesetzt werden". Der Aidsforscher hofft auf ein Umdenken. Die sechs Organisationen von Betroffenen starteten die Kampagne "Jagd das Virus, nicht die Menschen", um eine breite Öffentlichkeit aufzurütteln.

Vor allem Russland und osteuropäische Staaten würden Angehörigen sexueller Minderheiten den Zugang zu medizinischen Tests und Behandlungen erschweren, sagte der 71-Jährige, der sich seit Jahrzehnten gegen die Ausbreitung von Aids engagiert.

Rund 37 Millionen Menschen sind mit dem HI-Virus infiziert, die meisten leben in Afrika. "Respekt, Solidarität und Zusammenarbeit mit den am stärksten bedrohten Menschen führen zum Erfolg", sagte Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe.

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