Auch in Deutschland wünschenswert? Frankreich verbietet Handys an Schulen

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Das Handyverbot wird an Vorschulen, Grundschulen und weiterführenden Schulen gelten.

Doch wäre so ein Totalverbot auch in Deutschland denkbar?

Die meisten deutschen Schüler dürfen ihr Smartphone wohl auch in Zukunft mit zur Schule bringen. Ausnahmen gibt es für den Gebrauch zu Unterrichtszwecken und für Kinder mit Behinderung.

Worum geht es beim Handyverbot in Frankreich?

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Das österreichische Bildungsministerium sieht die französische Maßnahme ebenfalls nicht als Vorbild.

Das Handyverbot an Frankreichs Schulen sorgt auch in Deutschland für Diskussionen. Wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtet, verbietet das neue Gesetz seit dem Votum am Montag grundsätzlich die Nutzung von Mobiltelefonen & Co.an allen Vor- und Grundschulen sowie in der Sekundarstufe I. Wie die Tagesschau ergänzt, bezieht sich das Gesetz auf alle internetfähigen Geräte wie Handys, Tablets und Smartwatches und soll auch bei schulischen Aktivitäten außerhalb des Schulgebäudes Anwendung finden. Eine einheitliche Regelung gibt es allerdings nicht, denn die Schulen fallen - anders als im zentralistisch organisierten Frankreich - in die Zuständigkeit der 16 Bundesländer. Bildung ist Ländersache - und die meisten Länder sehen das Thema in der Verantwortung der einzelnen Schulen.

Eine Schülerin sitzt im Unterricht an ihrem Handy. Auch Fälle von Mobbing, in denen mit Handys auf dem Schulhof gefilmt wird, wie Kinder verprügelt werden, sollen damit verhindert werden. "Sie kennen die Situation an der jeweiligen Schule und entscheiden gemeinsam, ob oder wann ein Handy benutzt werden darf". Die Schulen seien technisch noch nicht gut genug ausgerüstet, um ganz auf Mobiltelefone zu verzichten, sagt Elternrats-Chef Stephan Wassmuth.

Ein viel größeres Problem sei dagegen die "steinzeitliche Ausstattung", bemängelt der Verband.

Ob das so bleibt, wird das kommende Schuljahr zeigen. Zum Beispiel kann ein Lehrer die Schüler ermuntern, eine Frage auf ihrem Smartphone zu recherchieren - schließlich ist der Umgang mit Medien ja auch ein Bildungsthema. Seit 2006 steht im Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz dazu in Artikel 56: "Im Schulgebäude und auf dem Schulgelände sind Mobilfunktelefone und sonstige digitale Speichermedien, die nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden, auszuschalten". Als Argumente führen sie unter anderem an, dass sich die Schüler durch die Handynutzung im Unterricht schlechter konzentrieren können und sich in den Pausen seltener körperlich betätigen. "Mit diesem Potenzial lassen sich gute pädagogische Konzepte entwickeln". Der saarländische SPD-Bildungsminister Ulrich Commerçon hält übertrieben strenge Vorschriften deshalb für unrealistisch.

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