Wahlen: Facebook: Kampagne zur Wählerbeeinflussung vor US-Wahl im Herbst aufgedeckt

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Laut Facebook wurden anders als im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 die Spuren diesmal besser verwischt.

Facebook hat eigenen Angaben zufolge einen neuen Versuch aufgedeckt, mit gefälschten Profilen die öffentliche Meinung in den USA zu manipulieren. Länder oder Gruppen, die für die Kampagne verantwortlich sein könnten, könne das Unternehmen bislang nicht nennen. Als Trolle werden Internetnutzer bezeichnet, die bewusst Online-Diskussionen stören und die Atmosphäre in Chatrooms vergiften. Die IRA kontrollierte vor den US-Präsidentschaftswahlen 2016 zahlreiche Facebook-Konten, die zur Wählerbeeinflussung genutzt worden sein sollen. Moskau weist die Anschuldigungen zurück. Besonders pikant: In nur etwas mehr als einem Jahr organisierten die Macher über die falschen Profile 30 Veranstaltungen und kauften 150 Facebook-Werbeanzeigen im Wert von 11.000 US-Dollar. Nach einem Bericht der "New York Times" arbeitet das Unternehmen mit dem FBI zusammen.

Laut Facebook trugen die nun geschlossenen Accounts und Pages Namen wie "Aztlan Warriors", "Black Elevation", "Mindful Being", und "Resisters", und waren allesamt zwischen März 2017 und Mai 2018 erstellt worden.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagte Missbrauchsbestrebungen bei dem sozialen Netzwerk den Kampf an: "Eine meine obersten Prioritäten für 2018 ist es, einen Missbrauch von Facebook zu verhindern", schrieb Zuckerberg am Dienstag auf seiner eigenen Facebook-Seite.

"Diese Art von Verhalten ist bei Facebook nicht erlaubt, denn wir wollen weder, dass Menschen noch Organisationen Netzwerke von Nutzerkonten erstellen, um andere darüber zu täuschen, wer sie sind und was sie tun", hieß es in der Mitteilung. Diese würden "nie aufgeben und ständig ihre Taktik verändern", hieß es. Das Unternehmen sei erst am Anfang der Ermittlungen und kenne noch nicht alle Fakten und wer hinter der Aktion stecke, erklärte Facebook. Insgesamt hätten mehr als 290.000 Accounts diese Seiten abonniert.

Das Weiße Haus versicherte am Dienstag, US-Präsident Donald Trump habe deutlich gemacht, dass die Regierung "eine ausländische Einmischung in unseren Wahlprozess durch irgendeinen Staat oder andere böswillige Akteure nicht tolerieren" werde. Stattdessen bewertete er Putins Beteuerung, Russland habe nichts mit diesen Hackerangriffen zu tun gehabt, als "extrem stark und kraftvoll".

Facebook war hart dafür kritisiert worden, dass auf der Plattform gefälschte Accounts in großem Stil Falschinformationen verbreiten konnten.

Der Chef der oppositionellen Demokraten im Senat, Chuck Schumer, warf der Trump-Regierung vor, "nicht einmal annähern genug zu tun", um Wahlen zu schützen.

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