Das Volk der Rumsitzer: So ungesund leben die Deutschen

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Immer mehr Menschen würden sich in Arbeit und Freizeit nicht ausreichend bewegen. Das geht aus dem Report "Wie gesund lebt Deutschland?" hervor. Dadurch werden diverse Zivilisationskrankheiten begünstigt. Als positive Entwicklung ermittelte die Studie, dass immer mehr Menschen auf das Rauchen verzichten - mittlerweile 79 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der Gesundheitsreport der privaten Krankenkasse DKV. So liege der Anteil bei den 18- bis 29-Jährigen sowie den 30- bis 45-Jährigen beim gesunden Lebensstil jeweils bei nur fünf Prozent, bei den 46- bis 65-Jährigen bei elf Prozent, bei den über 65-Jährigen immerhin bei 14 Prozent. Sie untersuchten die körperliche Aktivität, das Essverhalten, Stressempfinden und den Zigaretten- wie Alkoholkonsum der Deutschen. "Das gilt für alle Altersgruppen und fängt schon im Kindesalter an".

Befragt wurden fast 3.000 Personen zu Ernährung, Bewegung, Stress und Einsamkeit. "Wir gucken lieber Sport, als dass wir ihn machen", zieht Ingo Froböse, wissenschaftlicher Leiter des DKV-Reports, sein Fazit. Dazu kommt der Risikofaktor Sitzen.

So hat sich etwa in Studien gezeigt, dass langes Sitzen sehr schnell dem Rücken schadet und das Typ-2-Diabetes-Risiko erhöht. In der höchsten Einkommenskategorie sind es sogar 80 Prozent, die in ihrer Freizeit körperlich moderat oder intensiv aktiv sind.

Sport und eine ausgewogene Ernährung sind wichtig für das Wohlbefinden, doch nur neun Prozent der Befragten hierzulande gelingt eine gesunde Lebensführung.

Insgesamt 28 Prozent der Befragten outen sich sowohl als Vielsitzer als auch Bewegungsmuffel und verfehlen die Mindestaktivitätsempfehlungen. Auf fast acht Stunden summieren sich im Durchschnitt die Sitzzeiten an Werktagen. Ständiger Lärm kann genauso zu einem Gesundheitsrisiko werden, wie Professor Froböse weiß: "Es gibt eine enge Korrelation zwischen Lärm und Herz-Kreislauf-Problemen". "Gerade in Kindergärten und Schulen müssen wir das Aktivitätsverhalten prägen", sagte Clemens Muth. "Das Ergebnis ist tragisch", so Ingo Froböse, "und trotzdem passiert nichts, denn keiner scheint ein grundsätzliches Interesse daran zu haben, dass wir gesund bleiben".

Alkohol und Rauchen: Die erfreuliche Botschaft der neuen DKV-Studie aus Sicht der Gesundheitsexperten ist: In Deutschland gibt es immer mehr Nichtraucher. Beim Tabakkonsum hat sich das Ergebnis verbessert - nur noch 21 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig zu rauchen.

Allerdings gibt es hier starke regionale Unterschiede. In beiden Bundesländern erreichen zwölf Prozent der Befragten alle Benchmarks in den Punkten. Und immerhin 82 Prozent trinken laut Umfrage gar nicht oder nur gelegentlich Alkohol (wenn die Selbstauskunft hier zutreffend ist). Die Hessen heben am häufigsten das Glas, am wenigsten Alkohol wird in Rheinland-Pfalz und im Saarland getrunken.

Am besten können das die Menschen in Baden-Württemberg. Die Sportschule hat für die Befragung ein Paket geschnürt: Da geht es neben Bewegung um Ernährung, Nikotin- und Alkoholkonsum sowie um einen gesunden Umgang mit Stress. In Sachsen-Anhalt, Hessen und Brandenburg fühlt sich dagegen jeder Zweite gestresst.

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