Donald Trump verlangt Ende der Russland-Ermittlungen

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Donald Trump hat seine Kampagne gegen die Ermittlungen zur Russland-Affäre drastisch verschärft: Der amerikanische Präsident forderte seinen Justizminister Jeff Sessions auf, die Untersuchungen des Sonderermittlers Robert Mueller zu den mutmasslichen russischen Einmischungen in den amerikanischen Wahlkampf "unverzüglich" zu beenden. Die jetzige Aufforderung von Trump an Sessions, die Russland-Ermittlungen zu stoppen, dürfte Mueller in diesem Zusammenhang interessieren. Die Vorwürfe seien ein "totaler Schwindel", schrieb er in einer weiteren Nachricht.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte später, dass es sich bei den Aussagen des Präsidenten nicht um eine Anweisung an Sessions gehandelt habe. Trump habe lediglich seine Meinung geäußert. "Der Präsident hat mit angesehen, wie sich dieser Prozess entfaltet hat, aber er hat schon mehrfach gesagt, dass er möchte, dass er zu einem Ende kommt". Er untersucht seit mehr als einem Jahr die mutmaßlichen russischen Einmischungen zugunsten Trumps in den Wahlkampf 2016 und mögliche diesbezügliche Absprachen zwischen dem Team des heutigen Präsidenten und Moskau, die Trump wie auch Russland vehement abstreiten. Trump hat die Ermittlung immer wieder als "Hexenjagd" und politisch motiviert bezeichnet.

Sessions ist für Mueller aber gar nicht zuständig. Wegen Befangenheit hält er sich aber heraus - was Trump massiv missfällt. Die Oberaufsicht über die Russlandermittlungen führt seitdem Vizejustizminister Rod Rosenstein. Seine mutmaßlichen Vergehen sollen zum größten Teil davor stattgefunden haben.

Der frühere Direktor der Bundespolizei FBI untersucht auch mögliche Versuche der Justizbehinderung durch Trump.

Trump steht wegen der Affäre stark unter Druck.

Am Dienstag hatte ein Bundesgericht in Virginia den Prozess gegen Trumps ehemaligen Walkampfmanager Paul Manafort eröffnet, der insgesamt 18 Steuer- und Betrugsstraftaten begangen haben soll.

Muellers Ermittlungen haben bis jetzt zu Anklageerhebungen gegen 32 Verdächtige geführt. Sie drehen sich um Manaforts Beratertätigkeiten für den damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Trump bezichtigte den Sonderermittler erneut der Parteilichkeit. Manafort habe nur "sehr kurze Zeit" für ihn gearbeitet.

Das Verfahren bezieht sich zwar auf Manaforts Lobbyistentätigkeit vor seinem Eintritt ins Trump-Team - es geht um seine Arbeit für russlandfreundliche Politiker der Ukraine.

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