Facebook: Neue Fake-Attacke vor US-Wahlen enthüllt

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Insgesamt seien mehr als 290.000 Accounts mindestens einer der verdächtigen Seiten gefolgt.

Im Vergleich zu den Aktivitäten der in Russland basierten Gruppe "Internet Research Agency" (IRA) im Umfeld des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 seien die Spuren diesmal besser verwischt worden, erklärte Facebook. Nach der Meinungsmanipulation im Wahlkampf war das Unternehmen hart kritisiert worden und hatte daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen massiv erhöht.

Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos schrieb in einem Blogeintrag, es könne "die IRA mit verbesserten Fähigkeiten sein, oder eine separate Gruppe".

Wenige Monate vor den US-Kongresswahlen im Herbst hat Facebook eine Reihe von Seiten gelöscht, bei denen es sich offenbar um gefälschte Accounts handelte.

Das älteste der geschlossenen Konten wurde demnach im März 2017 erstellt, das jüngste im Mai 2018.

Das Problem mit der für den 10. August angesetzten Demonstration in Washington ist, dass die Administratoren der gefälschten Facebook-Seiten dem Online-Netzwerk zufolge auch Betreiber von fünf rechtmäßigen Seiten dazu gebracht haben, Informationen darüber zu verbreiten.

Mit der Demonstration will ein Bündnis gegen einen rechtsextremen Aufmarsch protestieren, der unter dem Motto "Vereint die Rechte 2" am übernächsten Sonntag in Washington stattfinden soll.

Die neuen Betrugs-Seiten sind noch relativ frisch. Sie hat allerdings deutlich weniger Nutzer, die daran teilnehmen wollen oder interessiert sind.

Mit dem Löschen des Events zensiere Facebook "eine echte Bewegung" gegen Faschismus, teilte das Bündnis weiter mit. "Ein solches Verhalten ist auf Facebook nicht erlaubt und wir wollen nicht, dass Menschen oder Organisationen Netzwerke von Accounts erstellen, um andere darüber zu täuschen, wer sie sind und was sie tun", schreibt das Unternehmen. US-Geheimdienste werfen Russland vor, sich in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 eingemischt zu haben. Die US-Justiz hat gegen zwölf Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU Anklage wegen Cyber-Angriffen erhoben.

In der Pressemitteilung sagte Facebook nicht, ob es sich bei der Kampagne um eine gezielte Einflussnahme auf den Wahlkampf für die US-Kongresswahlen im November handelte. Die Gruppe wird beschuldigt, während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 in großem Stil versucht zu haben, über gefälschte Facebook-Profile soziale Spannungen in den USA zu verschärfen und Stimmung für den schließlich siegreichen Kandidaten Donald Trump zu machen.

Facebook steht seit der US-Präsidentschaftswahl in der Kritik, nicht genügend gegen die gezielte Verbreitung von Falschinformationen zu tun. Der russische Präsident Wladimir Putin weist die Vorwürfe zurück.

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