Flugchaos und teures Kerosin: Lufthansa präsentiert Zahlen - Wirtschaft

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Die Kosten für den Ausbau der Billigflugtochter Eurowings und viele Störungen im Luftverkehr haben die Lufthansa im zweiten Quartal belastet. Streiks, schlechtes Wetter, teurer Sprit und der schwierige Umbau der Tochter Eurowings können dem Kranich nichts anhaben. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz gewann die Lufthansa-Aktie am Morgen gut ein Prozent an Wert.

Die Lufthansa musste bei Kunden Abbitte leisten, da im ersten Halbjahr mehr Flüge ausfielen oder verspätet waren als im gesamten Vorjahr. Der operative Gewinn, an dem sich der Vorstand in erster Linie orientiert, sank um gut 3 Prozent auf etwas mehr als 1 Milliarde Euro. Die Börse reagierte zunächst mit starken Kursgewinnen auf die Zahlen.

Die Eingliederung von Geschäftsteilen der pleitegegangenen Rivalin Air Berlin macht der Lufthansa-Billigtochter Eurowings allerdings auch im Sommer zu schaffen.

Für die Integration rechnet die Lufthansa im laufenden Jahr mit Kosten von rund 170 Millionen Euro.

Wie die Lufthansa weiter mitteilte, soll die Übernahme von Teilen des pleite gegangenen Wettbewerbers Air Berlin im nun angebrochenen dritten Quartal abgeschlossen sein. Im ersten Halbjahr lag der operative Verlust der Airline bei 199 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwarten Analysten einen Anstieg um zweieinhalb Prozent. 2019 soll die Gesellschaft aber wieder die Gewinnschwelle überfliegen und in den Folgejahren schrittweise eine operative Gewinnspanne erreichen, wie sie etwa der britische Billigflieger Easyjet erwirtschaftet. Im ersten Halbjahr legten die Durchschnittserlöse im Passagiergeschäft währungsbereinigt um 1,3 Prozent zu. Am stärksten war dabei laut Svensson die Verkehrsregion über dem Nordatlantik. Der größte Kostenblock soll nunmehr im Gesamtjahr rund sechs Milliarden Euro betragen und damit 850 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr erzielte der Lufthansa-Konzern einen Umsatz von 16,9 Milliarden Euro. Insgesamt hätten Flugausfälle und -verspätungen infolge von Fluglotsenstreiks und Unwettern den Lufthansa-Konzern 70 bis 80 Millionen Euro gekostet, sagte Svensson. Bereinigt um eine veränderte Rechnungslegung entspricht dies einem Anstieg von rund 5 Prozent.

Weitere Übernahmen anderer Fluggesellschaften sind derzeit nicht in Sicht. Man habe dazu keine Pläne, erklärte der Vorstandschef Peter Fankhauser.

"Ohne die Belastungen bei Eurowings, die wir in Kauf nehmen, um unsere Marktposition in Europa weiter zu stärken, wäre unser Ergebnis damit gestiegen", sagte Finanzchef Ulrik Svensson.

Gut lief es vor allem bei den klassischen Konzernfluglinien Lufthansa und Swiss, die ihren operativen Gewinn deutlich steigerten. Zuletzt hatte die neue Regierung im Rom betont, die Mehrheit in italienischer Hand halten und möglichst viele Jobs sichern zu wollen.

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