Italien: Schock nach wohl rassistischen Angriff auf Diskuswerferin Osakue

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"Für mich ist es Rassismus", sagte die Sportlerin des italienischen Leichtathletik-Nationalteams Daisy Osakue, die bei dem Vorfall in Turin am Auge verletzt wurde. Nun besteht die Gefahr, dass die 22-Jährige mit nigerianischen Wurzeln nicht an der Europameisterschaft in Berlin teilnehmen kann.

Osakue klagt an: "Man wollte nicht mich, sondern einfach jemanden mit dunkler Hautfarbe angreifen".

Italiens Poltiker reagierten empört: Premier Giuseppe Conte telefonierte während seines Besuchs bei US-Präsident Donald Trump in Washington mit Osakue.

"Ich habe Daisy Osakue meine Solidarität und jene der Regierung ausgedrückt. Ich habe ihr gewünscht, dass sie sobald wie möglich ihre sportliche Tätigkeit wieder aufnehmen kann." . In den vergangenen Wochen kam es in Italien immer wieder zu Angriffen auf Ausländer. Und so diskutiert Italien momentan darüber, ob die aktuelle populistische Regierung mit ihrem harten Kurs gegen Migranten den Rassismus im Land nährt. Für Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega sind die Warnungen vor einer Rassismuswelle in Italien dagegen, so wörtlich, "nur Dummheiten". Juventus Turin drückt ihr in einem Tweet die Daumen, dass die Diskuswerferin (Bestweite 59,72 Meter) an den Europameisterschaften in Berlin teilnehmen und große Erfolge feiern kann.

Solidaritätserklärungen gab es unter anderem auch von der italienischen Starschwimmerin Federica Pellegrini. "Italien droht eine Rückkehr ins Mittelalter", warnte sie.

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