ROUNDUP 3: Bauern dringen auf rasche Milliardenhilfe wegen Dürre-Schäden

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Berlin - Angesichts der Dürre in vielen Regionen Deutschlands ist eine Debatte über milliardenschwere Nothilfen für Bauern mit schweren Ernteeinbußen entbrannt.

Ministeriumsexperten von Bund und Ländern berieten am Dienstag über eine "erste Bestandsaufnahme" der Schäden.

Beschlüsse sind auch bei der Kabinettssitzung nicht zu erwarten. Er kritisierte, dass der Bund darüber erst nach Vorlage des Ernteberichts Ende August entscheiden will. Entscheidungen müssten "in den nächsten Wochen fallen, da brauchen wir nicht auf eine endgültige Erntestatistik zu warten".

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) lässt derzeit Hilfen des Bundes für die von der Dürre betroffenen Bauern prüfen. Zudem müsse eine Risikoausgleichsrücklage eingeführt werden - sodass Landwirte in guten Jahren nicht den kompletten Gewinn versteuern und so Rücklagen bilden können. Während Winzer Klöckner zufolge mit einem guten Jahrgang rechnen können, zeichneten sich geringere Erträge beim Getreide und starke Trockenschäden bei Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben ab. Am Dienstag werde es in ihrem Ministerium ein Treffen mit den Ländern auf Arbeitsebene geben, am Mittwoch werde sie dann dem Bundeskabinett Bericht über die aktuelle Lage erstatten, kündigte Klöckner am Sonntag an.

Viele Landwirte blicken besorgt auf verdorrte Flächen: Vor allem für Ackerbauern und Viehzüchter könnte es eng werden.

Für Hilfsmaßnahmen bei Extremwetterereignissen sind die Länder zuständig, bei Ereignissen von nationalem Ausmaß kann aber auch der Bund Hilfen leisten. Die Situation sei zum Teil dramatisch, vor allem in Nord- und Ostdeutschland. Viele Viehhalter hätten Not, ihre Tiere zu versorgen, weil das Gras als Futter fehle. "Es geht um Existenzen". Eine kleine Entlastung sei für den einen oder anderen Bauern, dass die Erzeugerpreise um etwa zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen seien. Natürlich könne in Ausnahmesituationen kurzfristig geholfen werden, "den grundsätzlichen Problemen wird man damit aber nicht gerecht", sagte er.

Eventuelle Folgen der Dürre für Supermarktkunden sind noch ungewiss. Insgesamt sei der Einkauf von Rohstoffen für Produkte global angelegt, erläuterte eine Sprecherin. Deshalb fordern die Milchbauern deutlich höhere Milchpreise. "Nötig wären 41 Cent pro Liter", sagte der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Hans Foldenauer, dem "Tagesspiegel" (Montag).

Im Vergleich zu Regionen im Osten Deutschlands seien die Landwirte bei der Getreideernte in NRW im Schnitt aber mit einem blauen Auge davongekommen.

Die Traubenlese beginnt dieses Jahr so früh wie nie zuvor.

Die bisherige Rekordmarke hatten die Jahre 2007, 2011 und 2014 mit einem Lesebeginn jeweils am 8. August gehalten. Die ersten Trauben der diesjährigen Lese gehen in die Federweißer-Produktion.

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