Sanktionen verhängt: Trump macht jetzt gegen Erdogan ernst

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Die USA und die Türkei streiten um den Fall eines amerikanischen Pastors.

Die Sanktionen gegen den türkischen Innenminister und den türkischen Justizminister, sie sind nun der nächste Schritt.

Der Streit um einen in der Türkei inhaftierten US-Staatsbürger eskaliert: Die Regierung von US-Präsident Donald Trump verhängt Sanktionen gegen zwei türkische Minister. Außerdem dürfen US-Bürger ab sofort keine Geschäfte mehr mit ihnen abschließen.

Die US-Regierung beharrt darauf, dass Brunson - gegen den in der Türkei Terrorvorwürfe erhoben wurden - unschuldig ist. "Beide haben führende Rollen bei der Inhaftierung und Festnahme von Pastor Brunson gespielt". Trump habe wiederholt mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan über den Fall gesprochen. Erdogan warf den USA eine "evangelikale, zionistische Mentalität" vor. Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, sagte in Washington, Außenminister Pompeo habe am Mittwoch mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu telefoniert. Beide würden sich am Rande des Asean-Treffens in dieser Woche in Singapur treffen. Trump und Pence, der ebenso wie Brunson ein gläubiger evangelikaler Christ ist, dringen seit langem auf die Freilassung des Geistlichen, der vor seiner Festnahme in der westtürkischen Küstenstadt Izmir zwei Jahrzehnte lang eine kleine Kirche betrieb. Hintergrund schienen zunächst Visaprobleme zu sein, nach US-Angaben sollte Brunson ausgewiesen werden.

Im Oktober 2016 war Brunson festgenommen worden, wenig später wurde Untersuchungshaft gehen ihn verhängt. Brunson werden Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und zur Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen. Brunson drohen in dem Prozess 35 Jahre Haft, er bestreitet alle Vorwürfe. Vergangene Woche wandelte ein Gericht die Untersuchungshaft wegen gesundheitlicher Probleme Brunsons in Hausarrest um. Dass Brunson weiterhin festgehalten werde, "ist schlicht inakzeptabel", sagte Finanzminister Steven Mnuchin. Im vergangenen September hatte Erdogan einen möglichen Austausch Brunsons gegen Gülen angedeutet. Es gebe keine glaubwürdigen Beweise gegen den Pastor. "Dieser unschuldige Mann des Glaubens sollte freigelassen werden, und es sollte ihm erlaubt werden, in die Vereinigten Staaten von Amerika zurückzukehren". Im Streit um Brunson hat die türkische Regierung immer wieder auf die Unabhängigkeit der Justiz verwiesen, welche aus dem Ausland angezweifelt wird. Er sagte dem Sender Fox News in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview, die USA seien darauf vorbereitet, bis zur endgültigen Freilassung von Brunson Sanktionen gegen die Türkei zu verhängen. Man protestiere "nachdrücklich" gegen die Sanktionen, teilte das Außenministerium in Ankara am Mittwoch mit. Nach der Entscheidung der Türkei, von Russland S-400-Luftabwehrraketen zu kaufen, gab es zudem Forderungen im US-Kongress, Ankara keine F35-Kampfflugzeuge zu verkaufen.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte schon zuvor auf Trumps Aussagen mit Empörung reagiert.

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