US-Gericht: Keine Pläne für Waffen aus dem 3D-Drucker

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Der federführende Generalstaatsanwalt dieser Klage, Bob Ferguson aus Washington, hatte argumentiert, dass diese Erlaubnis einen ungeregelten Zugang zu gefährlichen Waffen nach sich ziehen werde.

Zur geplanten Veröffentlichung von Internet-Anleitungen zum Schusswaffenbau mit 3D-Druckern verwies Fiedler auf die deutsche Rechtslage: "Stellt man so eine Waffe her oder besitzt sie, macht man sich strafbar". Trumps Regierung hatte im Juni einen Vergleich mit einer texanischen Organisation namens Defense Distributed geschlossen, dieser wurde damit die Veröffentlichung von Waffenplänen für 3D-Drucker im Internet gestattet.

Die Firma Defense Distributed, die hinter der Bauplänen steckt, hatte sich zuvor mit dem US-Justizministerium nach einem jahrelangen Rechtsstreit darauf geeinigt, die Anleitungen für Plastikpistolen ab Mittwoch veröffentlichen zu dürfen.

US-Präsident Donald Trump hatte sich wenige Stunden zuvor persönlich in die Debatte eingeschaltet.

Letztlich stellte die Organisation dann schon am Dienstag Pläne für die weitgehend aus Plastik bestehende Pistole vom Typ "Liberator" ("Befreier") ins Netz.

Trump selbst hatte sich am Dienstag allerdings skeptisch über die Veröffentlichung von Waffenplänen für 3D-Drucker geäussert.

Die Second Amendment Foundation feierte den Vergleich als "einen vernichtenden Schlag für die Waffenverbotslobby".

Auch Sicherheitskräfte haben schwere Bedenken. Der Direktor der US-Polizistenvereinigung Major Cities Chiefs Association, Richard Myers, warnt, durch die Umgehung traditioneller Kontrollen könnten sich diese "Geisterwaffen" in vielen Ländern verbreiten. Mit Unterstützung der Waffenlobby-Organisation Second Amendment Foundation klagte Wilson dagegen, zunächst ohne Erfolg.

Bob Ferguson, Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Washington, will die Trump-Regierung wegen des Vergleichs verklagen. Die Generalstaatsanwälte von 20 US-Bundesstaaten und des Hauptstadtdistrikts Washington hatten am Montag wegen des Vergleichs zudem einen Brandbrief an Justizminister Jeff Sessions und Außenminister Mike Pompeo geschickt.

Sicherheitsexperten befürchten auch, dass mit Kunststoff-Schusswaffen Waffenerkennungssysteme ausgehebelt werden könnten. Der Anwalt der Organisation Defense Distributed hatte das Gericht in Seattle erfolglos aufgefordert, den Antrag auf einstweilige Verfügung "in seiner Gesamtheit" abzulehnen.

"Ich prüfe derzeit den öffentlichen Verkauf von 3-D Plastikwaffen". Im Angebot ist auch ein Bausatz für ein halbautomatisches Sturmgewehr, das dem AR-15 nachempfunden ist. Damit mordeten unter anderem die Todesschützen in Parkland und Las Vegas. Die Absicht, 3D Plastik-Waffen an die Öffentlichkeit zu verkaufen, mache für ihn keinen Sinn und er habe darüber auch schon mit der NRA gesprochen. Schusswaffen aus Metall sind außerdem viel zuverlässiger und haltbarer als der "Liberator" aus Plastik.

Wilsons Initiative könnte so tatsächlich den Beginn einer neuen Ära markieren: Waffennarren wie -gegner aus aller Welt werden am Mittwoch jedenfalls verfolgen, was auf der Website von "Defense Distributed" veröffentlicht wird.

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