USA verhängen Sanktionen gegen die Türkei

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Der Konflikt hat sich jetzt so weit hochgeschaukelt, dass es sowohl für die USA als auch für die Türkei schwierig wird, eine gesichtswahrende Lösung zu finden. Cavusoglu erklärte, "der Versuch der USA zur Verhängung von Sanktionen gegen unsere zwei Minister wird nicht unbeantwortet bleiben".

Washington - Im Fall des in der Türkei inhaftierten und nun unter Hausarrest gestellten US-Pastors Andrew Brunson verhängt die Regierung von US-Präsident Donald Trump Strafmaßnahmen gegen zwei türkische Minister.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, sagte in Washington, Außenminister Mike Pompeo habe am Mittwoch mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu telefoniert. Durch die Sanktionen werden die Vermögen der Minister in den USA beschlagnahmt, außerdem dürfen US-Bürger keine Geschäfte mit ihnen machen.

Die US-Regierung beharrt darauf, dass Brunson - gegen den in der Türkei Terrorvorwürfe erhoben wurden - unschuldig ist. "Wir sehen keine Beweise dafür, dass Pastor Brunson irgendetwas falsch gemacht hat", sagte Sanders.

Trump hatte bereits im vergangenen April auf Twitter kritisiert, Brunson werde in der Türkei "ohne Grund" verfolgt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betonte am Mittwoch erneut, sein Land werde solche Drohgebärden nicht akzeptieren. Er warf dem NATO-Partner USA eine "evangelikale, zionistische Mentalität" vor. Beide wollten sich in Singapur am Rande des Asean-Regionalforums am Freitag und Samstag treffen.

Erdogan hatte im vergangenen September vorgeschlagen, Brunson gegen den in Pennsylvania im Exil lebenden Gülen auszutauschen, den Ankara als Drahtzieher des gescheiterten Militärputsches von Juli 2016 betrachtet. Er war Pastor einer Kirche in Izmir, als er im Oktober 2016 - wenige Monate nach dem Putschversuch in der Türkei -festgenommen wurde. Hintergrund schienen zunächst Visaprobleme zu sein, nach US-Angaben sollte Brunson ausgewiesen werden. Im Dezember verhängte ein Gericht dann aber wegen Terrorvorwürfen Untersuchungshaft gegen Brunson.

Brunson wird auch Beihilfe für die vom islamischen Prediger Fethullah Gülen geleitete Organisation FETÖ vorgeworfen, die in der Türkei als ein Terrornetzwerk eingestuft wurde. Vergangene Woche entschied ein Gericht überraschend, Brunson wegen Gesundheitsproblemen aus dem Gefängnis zu entlassen, ordnete jedoch Hausarrest an. Festgehalten wird er damit weiterhin.

US-Vizepräsident Mike Pence nannte Brunson "ein Opfer religiöser Verfolgung".

Sanders sagte, Trump und Erdogan hätten mehrfach über den Fall des Pastors gesprochen. "Dieser unschuldige Mann des Glaubens sollte freigelassen werden, und es sollte ihm erlaubt werden, in die Vereinigten Staaten von Amerika zurückzukehren". Angesichts der Forderungen Trumps nach der Freilassung Brunsons verwies die türkische Regierung aber immer wieder auf die Unabhängigkeit der Justiz. Vier politische Parteien in der Türkei verurteilten das Vorgehen der USA im Streit um den Pfarrer Andrew Brunson, während die türkische Währung weiter an Wert verlor. Man protestiere "nachdrücklich" gegen die Sanktionen, teilte das Außenministerium in Ankara am Mittwoch mit.

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