Wladimir Klitschko über Karriere-Beginn: "Ich habe Boxen nicht geliebt"

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Der Sport sei daher mehr Mittel zum Zweck gewesen, als echte Passion. "Ich bin kein geborener Boxer", erklärte der jüngere Klitschko-Bruder gegenüber t-online.de. Boxen war Mittel zum Zweck.

Berlin - Das Karriereende liegt gut ein Jahr zurück, doch Wladimir Klitschko (42) hat sich äußerlich kaum verändert.

Da hatte ihm der fünf Jahre ältere Vitali geraten, mit dem Boxsport aufzuhören. Dreimal hatte der britische Weltmeister Anthony Joshua den Ukrainer niedergeschlagen, ehe der Ringrichter das an diesem Abend ungleiche Duell abbrach. Klitschko benutzt den Vergleich mit einem Schauspieler. "Du machst dich wochenlang heiß, um die Person zu werden, die dann im Ring steht mit den Eigenschaften, die es braucht, um diesen speziellen Gegner zu bezwingen".

Trotz seiner Erfolge liebte Wladimir Klitschko den Boxsport nicht. Im Jahr 2004 stand seine Karriere allerdings auf der Kippe. Am liebsten würde er seiner kleinen Prinzessin einen Bruder zum Spielen schenken. Weltmeister. Millionen-Verträge. Riesiges Zuschauerinteresse.

2003 verlor Klitschko überraschend gegen Corrie Sanders, verlor seinen Titel. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Auch das Duell mit Lamon Brewster verlor Klitschko auf schmerzliche Weise. Der Superstar kroch auf dem Ringboden. Ich war am Boden zerstört. Ich war der Loser der Klitschko-Brüder. "Die Zeiten waren brutal schwer", erzählt Wladimir. Mein eigener Bruder sagte mir: "‚Du musst mit dem Boxen aufhören'".

Aufhören kam für Klitschko aber nicht infrage. "Du bist fertig. Schau dir dein Gesicht an!'"

Wladimir Klitschko hörte nicht auf, obwohl er plötzlich alles andere als gut im Geschäft war. "Das wollte ich beweisen". "Jetzt liebe ich den Sport!"

Die Zeit ohne das Boxen habe er unterschätzt, gesteht Klitschko: "Ich habe gedacht: Wenn ich mit dem Sport fertig bin, werde ich mehr Freizeit haben". Noch immer trainiert der 42-Jährige jeden Tag, absolviert alle zwei Wochen sechs Runden Sparring. Gibt es womöglich ein Comeback? Sein Erfolgsrezept war schließlich immer, dass er zwar Fehler beging, doch stets aus ihnen lernte.

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