Facebook führt nun doch Werbung in WhatsApp ein

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Sie haben aber den Facebook-Konzern verlassen, zu dem WhatsApp gehört. Doch nervige Anzeigenschaltungen blieben bislang aus. Das ändert sich 2019, wie WhatsApp-Geschäftsführer (COO) Matt Idema in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur ankündigte. Dabei handelt es sich um die ursprünglich von Snapchats "Stories" adaptierten Texte, Bilder, GIFs und Videos, die Nutzer für lediglich 24 Stunden einsehen können. Die Werbung soll in die im Vorjahr eingeführte Status-Funktion einfließen, dem WhatsApp-Pendant zu Snapchat, das von 450 Millionen Personen täglich genutzt werden soll.

WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton hatten sich in der Vergangenheit immer wieder gegen eine Finanzierung des Dienstes durch Werbung gewehrt.

Die Erfahrung habe gelehrt, dass es oftmals "einfacher und schneller sei, mit einem Unternehmen zu chatten, als einen Anruf zu tätigen oder eine E-Mail zu schicken", so die Facebook-Tochter. Kleinunternehmer, die ihren Kundenservice über Whatsapp organisieren sollen künftig zur Kasse gebeten werden, wenn Sie auf Kundenanfragen antworten, die länger als 24 Stunden zurückliegen. Ziel ist es, durch die geplanten Werbeeinnahmen WhatsApp aus der Verlustzone zu bringen.

Nun soll ab 2019 Werbung in der App geschaltet werden.

Um mit den Firmen in Kontakt treten zu können, müssten die Anwender der Kommunikation zustimmen, betonte Idema.

Durch das bewusste Opt-in der User für die Kundenkommunikation erfüllt WhatsApp laut eigenen Angaben auch die Anforderungen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). So schließt der Anspruch von WhatsApp auf eine komplette End-to-End-Verschlüsselung der Kommunikation auch den Business Solution Provider ein. So können Kunden von booking.com, das zu den ersten Nutzern des Services gehört, künftig in Echtzeit mit Servicemitarbeitern des Reiseportals chatten. "Diese Wahl wird selbstverständlich respektiert". Für Kunden ist das Angebot kostenlos, Unternehmen müssen für die Nachrichten zahlen.

Insgesamt sieht der WhatsBroadcast-Manager eine "Win-Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Mehr Service für den Kunden, professionelle Möglichkeiten für Unternehmen und ein erstes, nachhaltiges Erlösmodell für WhatsApp". In dem Blogeintrag, der mit dem Zitat beginnt, versicherte Koum seinen Nutzern: Werbung werde es in seiner App nicht geben.

Dass Facebook im WhatsApp-Messenger, den weltweit mehr als eine Milliarde Menschen nutzen, eine vielversprechende Einnahmequelle sieht, zeigt sich auch durch die Einführung eines neuen Geschäftsmodells.

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