Vier Rad-Touristen bei Angriff in Tadschikistan getötet

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Das Pamir-Gebirge im Grenzgebiet von Tadschikistan und Afghanistan (Aufnahme vom August 2016).

Bei einem Angriff auf Touristen in Tadschikistan sind vier Menschen getötet worden. Eine weitere Schweizerin wurde verletzt.

Das schweizerische Außenministerium rief Tadschikistan auf, "alle Anstrengungen zu unternehmen, um diesen ernsten Vorfall zu klären".

Der Belgier Nicolas Moerman berichtet im belgischen TV-Sender VTM, dass er kurz nach dem Anschlag auf die europäisch-amerikanische Touristengruppe zum Tatort in einer ländlichen Gegend rund 90 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Duschanbe kam. Die Angreifer hätten auf Anordnung des "aktiven Parteimitglieds" Nossirchudschi Ubaidow gehandelt. Zugleich bezichtigte es den Iran, den Drahtzieher Hussein Abdussamadow ausgebildet zu haben. Die Todesopfer stammen aus der Schweiz, den USA und den Niederlanden.

Ein Auto sei am Sonntag auf einer Landstraße in die Gruppe mit Ausländern gerast, ein Radfahrer sei zusätzlich mit Messerstichen verletzt worden, teilte das Innenministerium der Ex-Sowjetrepublik am Montag mit. Zunächst waren die Behörden Tadschikistans von einem Verkehrsunfall mit Fahrerflucht ausgegangen. Dann verdichteten sich aber die Hinweise auf eine gezielte Attacke.

Auf der Jagd nach den Tätern erschoss die Polizei nach eigenen Angaben vier Verdächtige. Vier weitere nahm sie fest, darunter den angeblich geständigen Abdussamadow. Sollte es sich im aktuellen Fall tatsächlich um einen terroristischen Anschlag handeln, würden die Reisehinweise dementsprechend angepasst. Der IS reklamierte die Tat bereits für sich, doch die Regierung hat eine andere Theorie. Denkbar seien ein Unfall, ein Raubüberfall oder "ein Akt des Terrorismus", so der Innenminister.

Tadschikistan ist die ärmste der ehemaligen Sowjet-Republiken und wird seit 1992 autoritär von Präsident Emomali Rakhmon regiert. 2015 warf Rachmon ihr eine Verschwörung gegen seine Regierung vor und ließ sie verbieten.

Legende: Die Regierung um den autokratischen Staatspräsidenten Emomalij Rahmon geht hart gegen religiöse Fundamentalisten vor. 2015 machte Tadschikistan mit radikalen Massnahmen wie erzwungenen Bartrasuren und Einschränkungen für die Pilgerreise nach Mekka von sich Reden. Das Ministerium wies jedoch das IS-Bekenntnis zurück und machte stattdessen die verbotene Partei der Islamischen Wiedergeburt Tadschikistans verantwortlich.

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