Tote bei Absturz von Ju-52 in der Schweiz

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Bern - Bei dem Absturz eines Oldtimer-Flugzeugs vom Typ Junkers Ju-52 in der Schweiz sind 20 Menschen gestorben. 17 Menschen an Bord stammten aus der Schweiz, eine dreiköpfige Familie aus Österreich. Das Schweizer Unternehmen Ju-Air mit Sitz in Dübendorf bei Zürich bietet Panoramaflüge mit Ju-52-Maschinen an.

► Wie die Fluggesellschaft Ju-Air am Sonntag bestätigte, handelt es sich bei dem Unglücksflugzeug um die Maschine, die im Oktober 2009 auf dem Flugplatz in Dessau auf den Namen "Dessau" getauft wurde. Sie hatte am Samstag zunächst lediglich den Absturz an der Westflanke des Berges Piz Segnas gemeldet, auf etwa 2540 Metern Höhe.

Drei zivile Helikopter, zwei Rega-Helikopter und ein Grossaufgebot an Rettungskräften standen am Samstagabend am Piz Segnas im Einsatz. Die Maschine stürzte auf den Mont-Durand-Gletscher ab. "Es gibt auch keine Hinweise, dass das Flugzeug Teile verloren hat oder in der Luft auseinandergebrochen ist", sagte er bei einer Pressekonferenz am Sonntag in Flims nahe dem Absturzort. Die Unfallursache wird derzeit untersucht.

Die Behörden hätten im wesentlichen einen Zusammenstoß mit einem anderen Flugzeug und die Berührung eines Hindernisses wie einen Draht ausgeschlossen, sagte Knecht. Hitze verringere zwar die Leistung, darauf können man aber reagieren und es brauche Erfahrung, damit umzugehen. Laut Polizei setzten die Piloten offenbar auch keinen Notruf ab. "Alle 35 Flugstunden wurde das Flugzeug gewartet". Dabei und auch bei der letzten Jahresüberholung im Winter seien keine technischen Probleme erkennbar gewesen. Sie alle sind zwischen 42 und 84 Jahre alt. "Wie es zum Unglück kam, können wir uns nicht erklären", sagte Waldmeier. Bisher habe es nie Unfälle mit verletzten Personen gegeben.

Auf Medienspekulationen über die aktuelle Hitzewelle als mögliche Unglücksursache reagierte Waldmeier zurückhaltend. Hat die Hitze eine Rolle gespielt?

Laut den Ermittlern ist das Flugzeug nahezu senkrecht und mit hoher Geschwindigkeit in die Bergflanke gekracht. Diese zeichnet Daten des Flugbetriebs auf, was die Aufklärung der Ursache von Abstürzen stark erleichtert. Die Ju-52 wurde seit den frühen Dreißigerjahren tausendfach gebaut und ist noch heute wegen ihrer charakteristischen Wellblechhaut und den drei Motoren bekannt. Die noch flugfähigen Modelle werden oft für Rundflüge eingesetzt. Die Ju-52 wird auf Sicht geflogen - die Piloten navigieren nach Karten und halten vorgeschriebene Abstände und Flughöhen ein. Die Firma wurde 1982 vom Verein der Freunde der Schweizerischen Luftwaffe (VFL) gegründet.

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