Zehntausende Drusen protestieren in Tel Aviv

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In Israel sorgt das kürzlich verabschiedete Nationalitätsgesetz weiter für Protest.

Mit dem Gesetz wird Israel als Nationalstaat des jüdischen Volkes eingestuft, Hebräisch ist demzufolge die einzige Amtssprache, während Arabisch einen nicht weiter erläuterten Sonderstatus erhalten soll.

Das Forum der drusischen Armeeoffiziere hatte zu dem Protest aufgerufen. Minderheiten, aber auch jüdische Israelis sehen dies als eine Diskriminierung an. Tausende Israelis protestierten in Tel Aviv bereits bei der "größten Arabischstunde der Welt" gegen die Herabstufung des Status' der arabischen Sprache. Sie hielten Schilder hoch, auf denen in Hebräisch, Englisch und Arabisch Sprüche standen wie "Wir alle sind Brüder. Das Problem ist die Intention des Gesetzes, die Gesellschaft nach Gruppen aufzuspalten". Dort wird festgehalten, dass die Drusen einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit des Staates leisten und dass ihre religiösen, kulturellen und Bildungsinstitutionen Förderung erhalten werden. Für die Mitglieder der Religionsgemeinschaft der Drusen gilt in Israel anders als für andere arabische Israelis die Wehrpflicht.

Auch Präsident Reuven Rivlin äußerte sich negativ über das Gesetz. Hunderte Künstler und Schriftsteller forderten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einem Brief dazu auf, das Gesetz wieder abzuschaffen. "Dieses Gesetz bekräftigt das Gefühl vieler Drusen und Araber, Bürger zweiter Klasse zu sein", sagte die 63-jährige Jüdin auf Deutsch. Nach einer Umfrage des IDI sind 60 Prozent der Israelis der Ansicht, das Gesetz hätte das Prinzip der Gleichberechtigung enthalten sollen.

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