Urteil wegen IS-Mitgliedschaft: Lebenslange Haft für Deutsche im Irak

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Eine 22-jährige Deutsche ist in Bagdad wegen Mitgliedschaft bei der Terrormiliz "Islamischer Staat" zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Nach BILD-Informationen handelt es sich bei der Verurteilten um Nadia K. aus Mannheim, Tochter der bereits ebenfalls verurteilten Lamia K. Die Deutsch-Marokkanerin war im Januar zunächst zum Tode verurteilt wurden, im April wurde die Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

Lamia K. war zunächst zum Tode verurteilt worden - ein Richter hatte es für bewiesen erkannt, dass die 50-jährige Deutsch-Marokkanerin sich willentlich in den Dienst der Terrormiliz gestellt hatte. Ein mit ihr gemeinsam verurteilter 58-jähriger Franzose erhielt die gleiche Strafe, gab das für Terrorismus zuständige Strafgericht in Bagdad bekannt. Lebenslänglich bedeutet im Irak in der Regel 20 Jahre Haft. Es handelte sich um das erste Todesurteil, das die irakische Justiz gegen eine europäische Frau verhängte. Vor einem Jahr sollen sie von irakischen Soldaten in der einstigen IS-Hochburg Mossul im Nordirak festgenommen worden sein. Auch ihm wurde vorgeworfen, sich dem IS angeschlossen zu haben. Gegen die Urteile kann Berufung eingelegt werden.

Im Anbetracht der offenbar geringen Rolle, die die damals minderjährige Nadia K.im "Kalifat" gespielt hatte, wurde sie im Februar zu einer einjährigen Gefängnisstrafe wegen illegaler Einreise in den Irak verurteilt.

Im Irak sollen sich noch eine Reihe weiterer westlicher IS-Anhänger befinden, die aus dem syrischen Kampfgebiet in den Irak ausgewichen sind.

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