Bericht: Erster Toter bei jüngsten Unruhen im Iran

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Ein Anlass der Kundgebungen ist die Wirtschaftskrise, die durch die angekündigten US-Sanktionen gegen den Iran verstärkt wird.

Das Innenministerium bestätigte Berichte in sozialen Netzwerken über die Unruhen, sprach aber von kleineren Versammlungen.

Der Schütze sei weder ein Polizist noch ein Sicherheitsbeamter gewesen, hieß es.

Sondereinheiten der Polizei hätten die Demonstranten vertrieben und einige von ihnen festgenommen, sagte der Schulleiter laut der Nachrichtenagentur, die den iranischen Revolutionsgarden nahe steht.

Die gut vernetzte Agentur Fars berichtete weiter, dass in Karadsch und Umgebung mindestens 20 Demonstranten verhaftet worden seien. Laut Fars führten diesmal mehr Frauen als Männer die Demonstrationen an.

Nach den Protesten zur Jahreswende und im Juni ist dies bereits die dritte Protestwelle.

Am Vormittag hatte es Berichte gegeben, dass rund 500 Regimegegner eine Koranschule in der Nähe der Hauptstadt Teheran angegriffen hätten. Ausgelöst durch die wirtschaftliche Lage im Land richten sie sich inzwischen gegen das politische System insgesamt. Die Angreifer hätten zuvor versucht, die Türen des Gebäudes einzutreten und Feuer zu legen, Schüler und Lehrer konnten sich jedoch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Echtheit und Herkunft der Videos können von unabhängiger Seite aus nicht überprüft werden. Es ist das erste Mal, dass der als gemäßigt geltende Ruhani während seiner fünfjährigen Amtszeit ins Parlament einbestellt wurde. Die Vorladung sei verfassungswidrig, kritisierte der Präsident, und in der derzeitigen Krise auch unklug. Er wolle aber Spannungen mit dem Parlament vermeiden, fügte er in einem Schreiben am Sonntag an Parlamentspräsident Ali Larijani hinzu.

Die Finanzkrise und der massive Verfall der nationalen Währung um mehr als 50 Prozent hatten in den vergangenen Wochen zu Protesten gegen die Regierung und in den vergangenen Tagen auch zu Unruhen geführt. Ruhani wird nicht nur von Hardlinern, sondern auch von Anhängern für die Krise verantwortlich gemacht.

Die neuen US-Strafmaßnahmen wurden festgesetzt, nachdem US-Präsident Donald Trump das Atomabkommen der internationalen Gemeinschaft mit dem Iran im Mai einseitig aufgekündigt hatte. Die europäischen Vertragspartner zeigen sich zwar entschlossen, das Abkommen von 2015 zu erhalten, das verhindern soll, dass Teheran die Fähigkeiten zur Entwicklung von Atomwaffen erlangt. Im Gegenzug wurden Sanktionen aufgehoben.

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