Fall Skripal: Russland kritisiert neue US-Sanktionen

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An der Moskauer Börse schickte allein die Aussicht auf neue US-Sanktionen die Kurse großer Staatsunternehmen in den Keller.

Das Aussenministerium in Washington teilte am Mittwoch mit, die USA hätten nun offiziell festgestellt, dass die russische Regierung "chemische oder biologische Waffen in Verstoss gegen internationales Recht eingesetzt hat oder tödliche chemische oder biologische Waffen gegen ihre eigenen Staatsbürger benutzt hat". Dadurch würden nun neue Sanktionen ausgelöst. Nach dem Gipfeltreffen der Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin in Helsinki müsse die US-Führung offenbar beweisen, dass sie hart gegen Russland sei, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Die USA haben unter einem vorgetäuschten Vorwand "drakonische" Sanktionen gegen Russland verhängt, ohne Erklärungen abgegeben zu haben.

Der russische Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März dieses Jahres auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury bewusstlos aufgefunden worden.

Die Strafmaßnahmen würden in etwa zwei Wochen in Kraft treten, kündigte das Ministerium in Washington an. Beide entkamen nur knapp dem Tod. Großbritannien und die USA machten Russland für den Anschlag mit dem in der Sowjetunion entwickelten Nervengift verantwortlich, Moskau streitet jegliche Beteiligung daran ab. Der Kreml weist das zurück.

Der Fall Skripal löste eine schwere diplomatische Krise aus.

Zunächst werde der US-Kongress über die Maßnahmen informiert. Der Kreml reagierte mit der Ausweisung ähnlich vieler Diplomaten. Die Bundesregierung hatte vier Diplomaten ausgewiesen. Der Außenpolitiker Konstantin Kossatschow sagte, die USA führten sich wie ein Polizeistaat auf. Dazu zählt unter anderem das Verbot, bestimmte Güter und Technologien dorthin zu exportieren.

Die neuen Sanktionen dürften die Beziehungen zwischen Washington und Moskau weiter verschlechtern. US-Geheimdienste werfen Russland vor, sich in US-Wahlen eingemischt zu haben und weiter einzumischen.

Grundlage sei die Feststellung, dass die russische Regierung "chemische oder biologische Waffen" eingesetzt habe. Nach Sanktionen gegen Syrien und Nordkorea kommt es erst zum dritten Mal zu Sanktionen auf dieser gesetzlichen Grundlage, wie das Außenministerium angibt.

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