London plant offenbar Auslieferungsgesuch für Russen im Fall Skripal

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Laut der Zeitung "Guardian" will die Regierung die Auslieferung zweier Russen aus Moskau beantragen.

Demnach sind die Russen verdächtig, den Anschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter durch den Nervenkampfstoff Nowitschok ausgeübt zu haben. Staatsanwälte hätten das Auslieferungsgesuch bereits vorbereitet, berichtete die Tageszeitung "Guardian" am Montag unter Berufung auf Regierungs- und Sicherheitskreise.

Das Dokument könne jederzeit an die russischen Behörden übergeben werden, heißt es in dem Bericht. Anfang März wurden er und seine Tochter Julija in der englischen Stadt Salisbury bewusstlos gefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert. Die beiden hatten wohl eine Flasche mit dem Kampfstoff aufgesammelt und sich damit vergiftet. mehr.

Die britische Regierung bezichtigte Russland, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später experimentierten aber auch andere Länder damit. Der Kreml weist die Vorwürfe zurück; der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus.

Später kam auch ein britisches Paar aus dem nahen Amesbury mit demNervengift in Kontakt. Die 44-jährige Frau starb am 8. Juli im Krankenhaus. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang stehen.Sollte Russland den Auslieferungsantrag abweisen, was als wahrscheinlich gilt, könnte dem "Guardian" zufolge eine neue Runde gegenseitiger Ausweisungen von Diplomaten bevorstehen.

Auch weil die russische Verfassung Auslieferungen von Staatsbürgern an andere Staaten verbietet, hätte ein Auslieferungsbegehren eher symbolische Bedeutung.

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