Ryanair-Piloten streiken am Freitag in Deutschland, 250 Flüge fallen aus

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Bei den Piloten haben bislang einzig die Iren an vier einzelnen Tagen die Arbeit niedergelegt. Kurze Zeit später vermeldete die VC den Start des Streiks.

Und das mitten in der Ferienzeit: Passagiere des Billigfliegers Ryanair müssen sich am Freitag nun auch in Deutschland wegen eines Streiks auf Flugausfälle und -verspätungen gefasst machen. Das Unternehmen wollte sich im Laufe des Mittwochs äußern. Die Betroffenen sollten alle per E-Mail oder SMS individuell benachrichtigt werden. Die Ryanair-Piloten fordern bessere Arbeitsbedingungen. "Aus unserer Sicht war das nur eine Zusammenfassung der bisherigen Positionen. Das Signal ist ausgeblieben", erklärte dazu VC-Sprecher Janis Schmitt.

Im europaweiten Tarifkonflikt beim Billigflieger Ryanair will die deutsche Pilotengewerkschaft um 11.00 Uhr in Frankfurt am Main ihr Vorgehen erläutern.

Passagiere in Deutschland sind besonders betroffen. Sie könnten dann kostenlos umbuchen, auf einen vergleichbaren Ersatzflug ausweichen oder sich den Kaufpreis erstatten lassen.

Den Streik selbst bezeichnet die Airline auf Twitter als "unnötig". Nachdem in einer Urabstimmung über den Mantel- und den Vergütungstarifvertrag die Ryanair-Piloten für einen Streik gestimmt hatten, wurde mit dem Schlimmsten gerechnet.

Im Norden sind die Flughäfen Hamburg und Bremen betroffen. Die Manager sagten, dass sie zu "sinnvollen Verhandlungen" mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bereit seien.

In anderen Ländern gebe es noch wesentlich mehr selbstständige Piloten - ein Beschäftigungsmodell, das hierzulande ins Visier der Steuerfahndung geraten ist.

Ein erster Warnstreik der deutschen Ryanair-Piloten kurz vor Weihnachten war verpufft.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) schließt sich damit den bereits für diesen Freitag angekündigten Streiks ihrer Kollegen in Irland, Schweden und Belgien an. Ob sich die deutschen Piloten diesem Ausstand anschließen, war am Dienstag noch unklar.

Insgesamt sollen wegen der gleichzeitig stattfindenden Streiks in Belgien, Irland und Schweden 400 von 2400 Flügen in Europa ausfallen, wie Marketingchef Kenny Jacobs ergänzte. Darüber hinaus gehende Entschädigungen lehnt Ryanair ab. Zudem steht die Fluggesellschaft wegen ihrer Arbeitsbedingungen in der Kritik: Viele Piloten sind nicht fest angestellt, sondern sitzen als Selbständige im Cockpit. Die Gewerkschaft Verdi, die in Deutschland ebenfalls für die Flugbegleiter verhandelt, hat erst in der kommenden Woche einen Termin mit der Fluggesellschaft.

Dass bei Ryanair mitten in der Urlaubszeit gestreikt werden könnte, ist schon seit einiger Zeit klar. Die niederländischen Piloten überlegen noch, ob sie sich den Streiks anschließen. Die Flughafengesellschaft warnte am Mittwoch vor Ausfällen und Verspätungen. Ryanair sei eine Billigfluggesellschaft und werde nie die Konditionen von Lufthansa bieten - weder bei Ticketpreisen noch bei Löhnen.

Außerdem muss die Airline den Passagieren eine alternative Beförderung ermöglichen, zum Beispiel durch die Umbuchung auf einen anderen Flug oder auf andere Transportwege, wenn das Ziel per Bus oder Bahn erreichbar ist. Das besagt die neue EU-Fluggastrechteverordnung.

Die Kunden könnten kostenfrei umbuchen oder ihr Geld zurückbekommen, erklärte Jacobs.

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