Prozess: Ölgemälde zu stark gereinigt und damit ruiniert

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Ein Restaurator muss einem Galeristen 26.000 Euro Entschädigung zahlen.

München - Er lässt es sich nicht nehmen, am Mittwochmorgen im Gericht zu erscheinen.

Unter den Gemälden ist auch ein Bild des berühmten Malers Carl Spitzweg (1808-1885). Deswegen verklagte er ihn, forderte Schadenersatz, Ko.

Dem Berufungsprozess in München geht ein Urteil des Landgerichts Traunstein vom Mai 2017 voran, das der beklagte Restaurator angefochten hatte.

Nach Ansicht des Münchener Oberlandesgericht steht außer Frage, dass der Restaurator vier Ölgemälde des Galeristen mit seiner Arbeit beschädigt habe. Der Beklagte jedoch sah keine Schuld bei sich und ging in Berufung.

Auch um dieses Bild geht der Rechtsstreit: "Der Schreiber" von Carl Spitzweg soll um das Jahr 1860 entstanden sein. Er sollte den alten Firnis, also den Schutzanstrich, abnehmen und mit einem neuen versehen, um die Farben brillanter wiederzugeben. Es soll vor der Restaurierung einen Zeitwert von 20 000 bis 25 000 Euro gehabt haben. Nachdem der Mann das Bild mit zu scharfen Lösungsmitteln gereinigt habe, sei der Verkaufswert auf 5500 Euro gesunken - so der Vorwurf. Ein Gutachten untermauerte die Vorwürfe: Die oberste Malschicht sei zu stark bereinigt worden, etliche Details seien dadurch verloren gegangen. Der Restaurator wehrte sich: Die Gemälde seien schon zuvor in einem schlechten Zustand gewesen.

Den Spitzweg hatte Baumgartl 2011 in einem Kölner Auktionshaus versteigern lassen. Eine Revision gegen das Urteil hat der Senat zwar nicht zugelassen. Der Restaurator kann aber eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen.

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