Studie: Salz ist gesund und ungesund zugleich

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Nun führte eine internationale Vergleichsstudie mit 18 Ländern und 94 378 Personen über acht Jahre, inwiefern die tägliche Salzzufuhr tatsächlich zu mehr Herzinfarkten, Hirnschlägen oder Gesamtsterblichkeit führt, zu überraschenden Ergebnissen. Laut Studie ist das Risiko, früh zu sterben, bei Menschen, die wenig Salz konsumieren, sogar grösser.

Salz ist für den Körper lebensnotwendig.

Wer wenig Salz isst, lebt länger. Jetzt zeigt sich: Salz ist doch nicht so schlecht, wie zunächst gedacht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Schweizerische Herzstiftung empfehlen 5 Gramm Salz pro Tag. Dies widerlegt die kanadische Studie: Auch grössere Salzmengen von bis zu 12 Gramm sind gesundheitlich unbedenklich. Denn das Forscherteam um Andrew Mente und Salim Yusuf kommt zum Schluss: Erst in grösseren Mengen von mehr als zwölf Gramm pro Tag ist Salz gesundheitsschädlich, wie das Ärzteblatt "The Lancet" berichtet.

Franz Messerli, Medizinprofessor an der Universitätsklinik für Kardiologie am Berner Inselspital, sagt gegenüber dem "Tages-Anzeiger": "Man muss die Studie ganz sicher ernst nehmen". Dass daraus aber zwingend ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko abzuleiten sei, könne man aber nicht mehr sagen. Die Gefahr eines Hirnschlages sei bei sehr hohem Salzkonsum allerdings schon deutlich größer, betont Messerli. "Sollte man Patienten mit koronaren Herzerkrankungen nicht viel eher motivieren, den Salzkonsum zu erhöhen?" kommentiert er. Bereits damals hatte sich angedeutet, dass Salz doch nicht so schädlich für die Gesundheit ist, wie zunächst vermutet. Fünf Gramm Kochsalz, oder ein Teelöffel, enthalten rund zwei Gramm Natrium. Für jeden Probanden wurde anhand von Urintests die Natrium- und Kaliumaufnahme ermittelt sowie Faktoren wie Größe, Gewicht und auch der Blutdruck erfasst. Bei zu niedrigem Salzkonsum stieg das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall geringfügig an. Diese Gemeinden befanden sich hauptsächlich in China, in anderen Ländern wiesen nur 16 Prozent der Gemeinden einen solch hohen Salzkonsum auf, die restlichen 84 Prozent hatten einen mittleren Konsum von 3 bis 5 g Natrium täglich.

In der Studie wurde zudem die Korrelation zwischen Kaliumaufnahme und Herzinfarkt, Schlaganfall und Gesamtmortalität ermittelt. Früchte, Nüsse, und Gemüse sind Lebensmittel, die besonders viel Kalium erhalten.

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