Krankheit - Länger leben mit ausreichend Urlaub

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Mit längeren Urlauben lasse sich das Leben verlängern, hat eine medizinische Studie herausgefunden. Allerdings muss man sich dafür auch lange genug frei nehmen.

Um dem entgegenzuwirken soll vor allem Urlaub hilfreich sein.

Wer Urlaub macht, kann sich dabei nicht nur erholen, sondern verlängert dadurch womöglich auch sein Leben.

Wie der dafür verantwortliche Timo Strandberg aus Helsinki sagte, soll niemand glauben, dass man mit einem ansonsten gesunden Lebensstil zu lange Arbeitszeiten und den Verzicht auf Urlaub wettmachen kann.

Für die "Helsinki Businessmen Study" wurden laut Mitteilung 1.222 männliche Manager, geboren zwischen 1919 und 1934, begleitet. Darauf deutet eine finnische Studie hin, die beim Europäischen Kardiologenkongress in München vorgestellt wurde. Teilnehmer hatten zumindest einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vielmehr sei Urlaub eine gute Möglichkeit, Stress abzubauen.

Zur Untersuchung wurden die Männer in zwei etwa gleich große Gruppen aufgeteilt. In einer Interventionsgruppe wurden Teilnehmer fünf Jahre lang alle vier Monate mündlich und schriftlich zu einem gesunden Lebensstil aufgefordert und bekamen bei Bedarf Medikamente gegen Risikofaktoren. Wenn die Ratschläge allein nicht wirksam waren, erhielten die Männer Medikamente wie Blutdruck- und Cholesterin-Senker.

Trotzdem stellten die Forscher fest, dass es bei der 15-Jahres-Nachuntersuchung im Jahr 1989 in der Interventionsgruppe deutlich mehr Todesfälle als in der Kontrollgruppe gab.

Es zeigte sich, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe bis zum Ende der Studie um 46 Prozent niedriger war.

Wie das sein konnte, wurde nun auf dem Münchner Kongress erläutert. Die Studie wurde vom Fachmagazin Journal of Nutrition, Health & Aging zur Veröffentlichung angenommen.

Laut den Wissenschaftlern wurde der Untersuchungszeitraum auf 40 Jahre (bis 2014) erweitert. Danach waren die Sterberaten in beiden Gruppen gleich.

Hierbei fanden sie heraus, dass vor allem die Urlaubstage der Probanden ausschlaggebend waren.

In der Interventionsgruppe zeigte sich, dass kürzere Urlaube mit einer höheren Sterblichkeit verknüpft gewesen seien. Scheinbar ist die Wahrscheinlichkeit bei denjenigen, die weniger als drei Wochen jährlich Urlaub machten, 37 Prozent höher, im Alter zwischen 40 und 85 Jahren zu sterben.

Die Urlaubszeit hatte keinen Einfluss auf das Todesrisiko in der Kontrollgruppe.

"In unserer Studie arbeiteten Männer mit kürzeren Urlauben mehr und schliefen weniger als diejenigen, die längere Ferien hatten", erklärte Professor Strandberg. "Womöglich hat sogar die Intervention selbst negative psychologische Auswirkungen auf diese Männer gehabt, da sie ihr Leben zusätzlich belastet hat". Ein gutes Stress-Management gehörte in den 1970er Jahren noch nicht zur Präventivmedizin, heute ist es Bestandteil der ärztlichen Empfehlungen für Personen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

"Dieser stressige Lebensstil könnte dazu beigetragen haben, dass die positiven Effekte der Gesundheitsintervention aufgehoben wurden". Strandberg. "Stressreduktion sollte ein wesentlicher Bestandteil von Programmen sein, die auf eine Verringerung der Risiken für kardiovaskuläre Krankheiten abzielen".

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