Trauerfeier in Washington: Obama und Bush verabschieden McCain

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Die früheren US-Präsidenten Bush und Obama haben den verstorbenen Senator McCain für seine politischen Verdienste gewürdigt.

McCain hatte die Präsidentenwahl 2008 als Kandidat der Republikaner gegen den Demokraten Obama verloren. Ich bin ein Demokrat. In Anlehnung an Trumps Wahlkampfslogan "Make America Great Again" sagte Meghan McCain am Samstag in der Nationalen Kathedrale in Washington: "Das Amerika John McCains hat es nicht nötig, wieder groß gemacht zu werden, weil Amerika immer groß war".

"Er gab Amerikanern Vertrauen", sagte Biden. Überraschenderweise war auch Ex-Gouverneurin Palin ausgesperrt, die Galionsfigur der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung, die McCain vor exakt zehn Jahren sensationell zu seiner Vizepräsidentschaftskandidatin gekürt hatte - eine Entscheidung, die er bitter bereuen sollte. "Wo immer er ihn sah, in welcher Form, in welchem Land auch immer". McCain sei ein "Gigant" gewesen, dessen Charakter, Mut und Integrität die Nation inspiriert habe, sagte Biden.

John McCain war einer der schärfsten Kritiker von Donald Trump bei den Republikanern. "John verstand, dass Amerika vor allem eine Idee war". "Johns Vermächtnis wird Generationen von Anführern inspirieren und herausfordern", sagte Biden. "John McCains Einfluss in Amerika ist nicht vorbei".

McCain hatte zu Lebzeiten klar gemacht, dass Trumps Teilnahme an der Trauerfeier nicht erwünscht sei.

Bürger hatten die Möglichkeit, Abschied von dem Ausnahmepolitiker zu nehmen, der 1982 als Abgeordneter in den Kongress einzog und dem US-Parlament von 1986 bis seinem Tod am vergangenen Samstag als Senator angehörte. An der Trauerfeier nahmen rund zwei Dutzend Senatoren beider Parteien sowie McCains Kinder und seine Frau Cindy teil.

Anschließend wurde der Sarg zum Flughafen gefahren.

Eine Motorradstaffel begleitete den Sarg McCains bei der Fahrt durch die Stadt, an den Straßen überall Menschen, die seiner gedachten oder Plakate mit seinem Namen hochhielten - Arizona trauert.

Heute wird der verstorbene Senator im Kapitol in Washington öffentlich aufgebahrt.

Ganz Phoenix verabschiedete sich am Mittwoch würdevoll von dem gestorbenen Politiker, der in den USA als Held galt.

Die nationale Trauerfeier ist am Samstag in der US-Hauptstadt geplant.

Der frühere US-Präsident Barack Obama sagte in seiner Rede, John McCain habe ihn und seinen Vorgänger George W. Bush zu besseren Präsidenten gemacht. Aus Deutschland wird Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) erwartet.

Am Sonntag soll McCain auf dem Gelände der Marineakademie in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland mit militärischen Ehren beigesetzt werden.

McCain war am vergangenen Samstag im Alter von 81 Jahren an Krebs gestorben.

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