Bub (10) soll Mitschüler auf Klassenfahrt vergewaltigt haben

Einstellen Kommentar Drucken

Demnach hatten zwei Mitschüler den Buben festgehalten, ein Zehnjähriger vergewaltigte ihn. Zwei unbeteiligte Mitschüler sollen die Tat zudem mit angesehen haben. Die Begleiter, drei Lehrerinnen und ein Erzieher, bekamen von alldem offenbar nichts mit. Sie ist schockiert über den Missbrauchsvorfall und stellt in diesem Zusammenhang klar, dass trotz ihrer mehrfachen Bitte an die Klassenlehrer kein erlebnispädagogisches Programm gebucht worden war. "Es muss alles getan werden, um das geschädigte Kind und die Familie zu unterstützen", zeigte sich Bildungssenatorin Sandra Scheeres gegenüber der "Bild" bestürzt über den Fall. Die psychosoziale Unterstützung sei in Berliner Schulen verbesserungsbedürftig, vor allem in sozialen Brennpunkten. Auch bei solchen Geschehnissen werde an vielen Schulen nicht adäquat reagiert, weil die Prävention sexueller Gewalt nicht zur pädagogischen Ausbildung gehört, kritisiert Ulli Freund. Selbst Schulanfänger hätten wenig Respekt vor Lehrern, reden in Fäkalsprache. Jedes siebte Kind besucht die Schule nur unregelmäßig, immer wieder kommt es in der Schule zu Gewalttaten. Die Schule informierte daraufhin Eltern und Polizei. Das zuständige Bezirksamt prüft derzeit, ob die Täter außerhalb einer öffentlichen Schule in sogenannten Kleingruppen unterrichtet und betreut werden können. "Schulpsychologie und die Sozialarbeit sind vor Ort", sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft der dpa am Samstag. Alle Täter wurden vom Unterricht freigestellt. Er und seine beiden aus Afghanistan und Syrien stammenden Mittäter wurden der Schule verwiesen. Die Ermittlungsbehörden haben keine medizinische Altersfeststellung angeordnet. Das Kind ist strafunmündig.

Der zehnjährige mutmaßliche Haupttäter galt schon seit längerer Zeit als verhaltensauffällig, er soll Mitschüler körperlich attackiert haben. Allerdings nicht sexuell übergriffig - und auch nicht gegenüber dem späteren Opfer. Das Jugendamt des zuständigen Bezirks hat bei der Kinderschutzambulanz der Charité ein psychologisches Gutachten bestellt. Die Behörden gehen davon aus, dass er keine normale Schule mehr besuchen darf.

Auch das Opfer wird nicht mehr an seine alte Schule zurückkehren - auf eigenen Wunsch hin.

Comments