Gesundheit - Forscher: 40 Prozent der Krebsfälle wären vermeidbar

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Was wäre, wenn niemand rauchen, trinken oder ungesund essen würde? Das geht aus Analysen hervor, die die Wissenschaftler im Deutschen Ärzteblatt vorstellen.

Forscher haben hochgerechnet, wie viele Krebserkrankungen sich dadurch wahrscheinlich verhindern ließen - und das sind einige.

Die DKFZ-Fachleute haben sich dazu mit Risikofaktoren für Krebs befasst.

In einer Studie befassten sie sich mit Rauchen und Alkohol, in einer weiteren mit Übergewicht, geringer körperlicher Aktivität sowie ungesunder Ernährung und in einer dritten mit Infektionen und ausgewählten Umweltfaktoren.

Damit macht das Rauchen einen Großteil der verhinderbaren Fälle aus, gefolgt von Faktoren wie Alkohol, Infektionen, Bewegungsmangel oder Feinstaub.

Übergewicht und Bewegung: Die Studie zeigt einen Zusammenhang von Übergewicht und geringer körperlicher Aktivität für das Auftreten von Krebs bei Menschen zwischen 35 bis 84 Jahren in Deutschland. Von fünf Krebserkrankungen hätten sich also etwa zwei mit einem gesünderen Lebensstil verhindern lassen.

Weil weitere Faktoren wie UV-Strahlung nicht berücksichtigt wurden, dürfte der tatsächliche Anteil vermeidbarer Krebserkrankungen noch höher liegen, merken die Forscher an.

Viele Deutsche bewegen sich einfach zu wenig.

Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) berechneten, dass rund 165.000 von ungefähr 440.000 im Jahr 2018 zu erwartenden Krebserkrankungen auf Lebensstil und Umweltfaktoren zurückzuführen sind. Insgesamt schreiben die Forscher dem Tabak rund 85.000 der rund 440.000 Krebserkrankungen zu, die es 2018 in Deutschland geben wird.

Ein Grund für diesen Unterschied sei, dass die durchschnittlich konsumierte Menge bei Männern höher ist als bei Frauen.

► Laut dem Statistischen Bundesamt sind Krebsleiden die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

Laut den Forschern des DKFZ werden von den im Jahr 2018 zu erwartenden Neuerkrankungen etwa 30.600 (circa sieben Prozent) auf Übergewicht und etwa 27.100 (circa sechs Prozent) auf geringe körperliche Aktivität zurückzuführen sein.

Den Wissenschaftlern zufolge werden rund 14.500 (etwa drei Prozent) der erwarteten Erkrankungen mit einer geringen Ballaststoffzufuhr in Verbindung gebracht. 0,4 Prozent) mit hohem Verzehr von rotem Fleisch sowie rund 1200 (ca.

Über 5.400 Krebsfälle werden auf umweltbedingte Risikofaktoren wie das radioaktive Gas Radon in Innenräumen, Feinstaub, Solariennutzung und Passivrauchen zurückgehen. Das Bakterium Helicobacter pylori und humane Papillomaviren tragen demnach am meisten zu diesen Krebsfällen bei.

Rauchen und hoher Alkoholkonsum gehören zu den größten vermeidbaren Krebs-Risikofaktoren.

Wertvoll seien die vorgestellten Werte aber sehr wohl: "Die Quantifizierung von vermeidbaren Krebserkrankungen kann der Gesundheitspolitik und der Bevölkerung das Setzen von Prioritäten erleichtern". Dringend notwendig sei ein komplettes Werbeverbots für Tabakprodukte, so Katalinic. "Dies gilt umso mehr, als Rauchen weitere Erkrankungen verursacht, die nicht weniger bedeutsam sind als Krebs".

Die Forscher nutzten für ihre Schätzwerte das Konzept der populationsattributablen Fraktion (PAF) für Risikofaktoren. Die PAF ergibt sich demnach aus dem Verhältnis von Erkrankungsfällen, die einem Risikofaktor zugeschrieben werden können, zu allen Fällen in der Bevölkerung.

Die Krebssterblichkeit in der EU ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

Die höchste Mortalität in der EU hat den Prognosen der Forscher zufolge Lungenkrebs mit 32 von 100.000 Männern und 15 von 100.000 Frauen.

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