Verhandlungen in Washington: USA und Kanada verhandeln über neuen Freihandelsdeal - Wirtschaft

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VANCOUVER taz | Chrystia Freeland lässt sich nicht so leicht beeindrucken.

Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland sprach nach einem Treffen mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer von "guten Fortschritten". Zudem hatte er erklärt, er werde Kanada gegenüber keine Zugeständnisse machen.

US-Präsident Donald Trump hatte Verhandlungen über eine Neuauflage des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) mit Kanada und Mexiko durchgesetzt.

Grund soll unter anderem eine Rede Freelands in Washington sein, bei der sie die "America first"-Politik Trumps kritisiert hatte". "Ich hoffe, dass es an diesem Freitag zu weißem Rauch kommen wird", sagte Guajardo am Dienstag im mexikanischen Radio zu der am Mittwoch beginnenden Verhandlungsrunde zwischen den USA und Kanada in Washington. Im Parlament in Ottawa hatte sie ihr Land zuvor in einer viel beachteten außenpolitischen Grundsatzrede als Gegenmodell zum protektionistischen Amerika Trumpfs positioniert. Kanada wickelt drei Viertel seines Außenhandels mit den USA ab, die Ökonomien beider Länder sind eng verflochten und das Abkommen ist für Kanada überlebensnotwendig. Wenn die Kanadier einem Politiker einen Erfolg gegen Trump zutrauen, dann ihrer Außenministerin. Die Handelspolitik von A bis Z und die Details des Nafta-Vertrages kennt sie so gut wie wohl kaum ein anderer in Ottawa oder Washington. Bei einer ihrer Lesungen hatte Trudeau zugehört und sie flugs für die Liberale Partei in Kanada angeworben. Seit 2017 ist sie Außenministerin - und gilt als aufsteigender Star im Kabinett Trudeau. Menschenrechte, Gleichberechtigung, offene Grenzen, Freihandel und Vielfalt liegen Freeland quasi im Blut. Dabei ist hartnäckig und zäh und lässt sich von niemandem beirren.

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