Mercedes macht Lkw fit für teilautomatisiertes Fahren

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Mächtig steht er da, der neue Actros. Dieses Mal liegt es aber nicht an der Foto-, sondern an der Entwicklungsabteilung.

Die serienmäßige MirrorCam ersetzt jetzt erstmals Hauptspiegel und Weitwinkelspiegel.

Die Rückspiegel werden durch zwei Kameras mit Nachtsichtmodus ersetzt, deren Bilder auf 15-Zoll-Monitore innen an der A-Säule in einer Auflösung von 720 x 1920 Pixel übertragen werden.

Weltpremiere für den neuen Actros in Berlin.

Durch diesen Technik-Kniff schlagen die Schwaben zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen verbessert sich die Rundumsicht und damit die Sicherheit - immerhin ist so ein Sattelzug bis zu 18,75 Meter lang.

Äußerlich soll sich der Actros durch eine neue, geschwungene Lichtsignatur abheben. Distanzlinien tragen zu einer besseren Einschätzung des rückwärtigen Verkehrs bei. Allerdings bleibt der Fahrer in der Verantwortung, Das System orientiert sich bei der Spurführung mithilfe einer Kamera an den Fahrbahnmarkierungen auf beiden Straßenseiten.

Daimler nennt die Kombination aus Assistenzfunktionen Active Drive Assist und sagt, es sei das weltweit erste teilautomatisierte Assistenzsystem in einem Serien-Lkw. "Für uns ist dieses Cockpit ein Quantensprung, absolut zukunftsweisend", erklärt Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw. Auch bei abgeschaltetem Active Drive Assist lenkt der Actros in die Fahrspur zurück, sollte die Linientreue aus Unaufmerksamkeit oder durch Seitenwind gelitten haben. Neu sind die aktive Querführung und die Verbindung von Längs- und Querführung durch die Fusion von Radar- und Kamerainformationen. Mercedes-Benz Trucks geht das Thema mit dem abermals verbesserten Active Brake Assist der fünften Generation an. Er unterstützt den Fahrer, wenn ein Auffahrunfall oder eine Kollision mit einer querenden, entgegenkommenden oder in der eigenen Spur laufenden Person droht - im Bedarfsfall auch mit einer automatischen Vollbremsung. Diese Funktion funktioniert auch, wenn das Fahrzeug vollständig ausgeschaltet ist. Wichtige Funktionen wie Licht, Heizung, Klima oder Telefonie sind durch Direkttasten wählbar. Neben allen fahrerrelevanten Basisinformationen werden hier auch die Assistenzsysteme visualisiert. Optional liefert Mercedes auch ein zwölf Zoll großes Hauptdisplay, das überdies mit zahlreichen zusätzlichen Online- und Remotefunktionen sowie mit Navigationssystem versehen ist. Die neue "User Experience" des Fahrers war für den gesamten Gestaltungsprozess bestimmend.

Die Antriebe werden nicht verändert, sieht man von Details ab. Unter dem Strich soll der neue Actros noch einmal etwas weniger verbrauchen - drei Prozent auf der Autobahn und fünf im Überlandverkehr verspricht Mercedes. Mittel zum Zweck sind neben der Mirror Cam und weiterem Aerodynamik-Feinschliff etwa an den Endkantenklappen und den Dachspoilern die intelligente Tempomat- und Getriebesteuerung Predictive Powertrain Control (PPC), die jetzt noch effizienter arbeiten soll und dank erweitertem Kartenmaterial auch auf Überlandstrecken einsetzbar ist. Außerdem kommen neue kraftstoffsparende Hinterachsübersetzungen zum Einsatz.

Die meisten Neuerungen lässt Mercedes auch dem robusten Schwestermodell Arocs zukommen. Unterschied: Gehören die Neuheiten beim Actros in der Regel zur Serienausstattung, sind sie für den Arocs zumeist als Sonderausstattung bestellbar. Zusammen mit der dynamisch gestalteten MirrorCam und den typischen Frontscheinwerfern mit LED-Technik ergibt sich beim neuen Mercedes-Benz Actros ein progressiver Look. Mit mehr als 10.300 Mitarbeitern ist das Werk zweitgrößter Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz.

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